Dhb-frauen wollen em-ticket vorzeitig lösen – heidelberg erwartet show statt krampf
Heidelberg wird zum Hexenkessel. Drei Monate nach dem Silberrausch von Herning wollen Deutschlands Handballerinnen gegen Slowenien den EM-Einzug schon perfekt machen – und sich selbst wiederfinden.
Der funke soll zurück – und mit ihm die leichtigkeit
30:23 in Celje reichte, um die erste Hürde zu nehmen. Doch wer die Bilder der WM-Party im Kopf hat, sah im slowenischen Kohlenpott nur ein müdes Maskottchen der ehemaligen Glanzformation. Emily Vogel bringt’s auf den Punkt: „Man hat gemerkt, dass ein paar Absprachen noch nicht smooth laufen.“ Smooth – das war einmal. Jetzt zählt nur noch Heidelberg.
Die Zahlen sind eindeutig: 13 technische Fehler, 7 Zeitstrafen, zwei Kreisläuferinnen verletzt. Bundestrainer Markus Gaugisch sprach von „viel Kampf und Krampf“. Die Schlussfolgerung fiel kurz aus: „Wir wollen die nächsten zwei Punkte.“ Punkt.

Heimspiel als seelenbalsam – die arena ist seit tagen ausverkauft
Die SAP-Arena kocht schon Stunden vor dem Anwurf. 13.500 Tickets weg, schwarz-rot-goldene Fanmeilen, eine Choreografie, die an Herning erinnern soll. Alina Grijseels schwärmt: „Wir haben nach dem Dezember-Erlebnis viele positive Erinnerungen.“ Die 24-Jährige weiß, was sie den Zuschauern schuldet: Handball, der sich anfühlt wie ein Sommernachtstraum, nicht wie Januar-Arbeit.
Die Gegnerin ist warnendes Beispiel. Slowenien kam mit sieben Feldspielerinnen nach Deutschland – und trotzte 50 Minuten lang. Nika Medved steckte wie ein Boxer, die jungen Flügel liefen Konter bis zur Erschöpfung. Trainer Dragan Adžić warnt: „Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.“ Eine Falle.

Viola leuchter lacht – und meint es todernst
Welthandballerin des Nachwuchses, 21 Jahre, 1,84 Meter, 64 Tore in Herning. Sie sagt: „Vize-Weltmeister sein ist cool. Aber wir sind nicht für immer zufrieden.“ Dahinter steckt der Plan: EM-Titel 2024, Olympiaschmuck 2024, dann der ganz große Wurf. Die Taktikmappe liegt bereits auf dem Tisch: schneller Kreislauf, engere Abwehrkette, mehr Tempogegenstoß. Gaugisch nannte es „nächster Schritt statt Standortgespräch“.
Anpfiff Sonntag, 15.30 Uhr, ProSieben MAXX. Wer jetzt noch denkt, es gehe nur um zwei Punkte, hat die Kampagne der letzten Wochen nicht verstanden. Die DHB-Frauen wollen zurück auf die Überholspur – und Heidelberg soll der Startschuss sein für eine EM-Saison, die endet mit dem Handschlag auf dem Podest in Budapest. Keine Frage, nur Fakt: Das Ticket ist nur die Eintrittskarte. Die Show beginnt danach.
