Deutschland schlägt nigeria und zeigt: die wm kann kommen
81:73 – fertig, aus, Weiterleitung. Die deutschen Basketball-Frauen haben Nigeria in Lyon in die Schranken verwiesen und damit ihre Visitenkarte für die Heim-WM am 4. September in Berlin versiegelt.
Die Zuschläge der Niederländerin Leonie Fiebich (15 Punkte) und vier weiterer Doppelziffer-Scorerinnen brachten den vierten Sieg im fünften Quali-Spiel, obwohl das Team nach fünf Auftritten in sieben Tagen schon auf Zigarettenqualm lief.
Olaf lange verlangt perfektion – und bekommt ermüdung
Der neue Bundestrainer hatte nach dem Abpfiff MagentaSport vor Augen, die Hände in die Hüften gestemmt: „Wir haben Fehler aneinandergereiht, die wir normalerweise nicht machen.“ Trotzdem lächelte er. Seine Mannschaft hatte den vierten Sieg unter seiner Regentschaft eingefahren, und das ohne Satou Sabally und Lisa Geiselsöder, die beiden WNBA-Stars, die wegen Knöchel- und Rippenproblemen zuschauen mussten.
Die Partie kippte im dritten Viertel, als Nigeria mit druckvollen Pressings die deutsche Zonenverteidigung zerriss und mit 50:47 in Führung ging. Doch Fiebich, die in Berliner Runde schon als „Project B“ bezeichnet wird – B wie Basketball-Hoffnung –, traf beim achten Dreierversuch endlich ihren ersten und schraubte das Spiel zurück auf 55:54.
Danach war es ein Krimi bis zur letzten Minute. Nigeria kam bis auf 74:71 heran, doch ein Steal von Alina Hartmann und zwei verwandelte Freiwürfe von Luisa Geiselsöder – diesmal die jüngere Schwester – besiegelten den Sieg.

Die nummer eins der gruppe d ist sich selbst genug
Frankreich war der einzige Brecher in der Qualifikation, doch gegen die Equipe Tricolore haben die deutschen Frauen noch eine Rechnung offen – und zwar in Berlin. Die Auslosung der WM-Gruppen am 21. April wird zeigen, ob es zu einem direkten Revanche kommt.
Bis dahin hat Lange Zeit, die Maschine weiter zu ölen. „Wir wollen um die Medaillen mitspielen“, sagt er, und die Statistik gibt ihm recht: Seit seiner Übernahme steht die Mannschaft bei 80 Prozent Siegquote, obwohl bisher nur ein Trainingsspiel ohne Druck stattfand.
Die Fans dürfen sich freuen: Die Heim-WM wird kein Schaulaufen, sondern ein Kampf auf Biegen und Brechen. Und nach dem Sieg gegen Nigeria ist klar: Dieses Team kann nicht nur gewinnen – es kann auch zurückschlagen, wenn der Gegner mal zubeißt.
