Deutschland kehrt zurück: paralympics-schlussfeier wird doch gefeiert
Die deutsche Delegation wird bei der Schlussfeier der Paralympischen Winterspiele in Cortina dabei sein – ein Sinneswandel, der wenige Tage nach dem Boykott der Eröffnungszeremonie für Aufsehen sorgt.
Warum der dbs seine haltung änderte
Linn Kazmaier und Florian Baumann hatten mit ihrem Schweig protest an der Siegerehrung ein Zeichen gesetzt, das über die Alpen hallte. Die Skilangläuferin und ihr Guide verweigerten das Selfie mit der russischen Goldmedaillengewinnerin – ein Akt des Protests gegen die Rückkehr Russlands unter eigener Flagge. Genau diese Haltung habe den Deutschen Behindertensportverband (DBS) überzeugt, nun doch an der Schlussfeier teilzunehmen. „Wir stehen an der Seite unserer Athletinnen und Athleten“, heißt es in der Erklärung.
Die Entscheidung fiel erst in den letzten Trainingstagen. Während andere Nationen bereits ihre Koffer packten, beriet das deutsche Team intern bis in die Nacht hinein. Das Ergebnis: Sie kommen. Alle. Nicht nur zwei Athleten wie in Verona, sondern das komplette Kontingent aus Cortina und Tesero.

Die macht der athleten
Die Verantwortlichen sprechen von einer „emotionalen Entscheidung“, doch dahinter steckt Kalkül. Die Paralympics sind kein Schaulaufen mehr, sondern ein Politikum. Wer sich abwendet, verliert die Stimme. Wer bleibt, kann provozieren. Kazmaier und Baumann haben es vorgemacht: Schweigen kann lauter sein als Worte.
Das Curling-Stadion in Cortina wird am Sonntag zur Bühne werden. Die Deutschen wollen nicht nur dabei sein – sie wollen sich zeigen. Mit ukrainischen Freunden an der Seite. Mit Mützen, die nicht runtergehen. Und mit Blicken, die brennen.
Der Boykott war ein Akt der Verweigerung. Die Rückkehr ist ein Akt der Selbstbehauptung. Die Paralympics enden, aber das Spiel um Symbolik hat gerade erst begonnen.
