Deutsches snowboard verabschiedet seine queen ohne podest

Winterberg – Ramona Hofmeister fällt im Achtelfinale, Ole-Mikkel Prantl im Viertelfinale. Das deutsche Snowboard verabschiedet seine zweimalige Weltmeisterin mit Rang 14, dem besten Saisonergebnis des Mannes bleibt Platz 6. Beim Weltcup-Finale im Sauerland verpasst das DSV-Team das Podest – und verliert damit auch die letzte Chance, die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden.

Hofmeister verliert, gewinnt aber die tränen

Die 33-Jährige tritt an, um Julia Zogg aus der Schweiz zu schlagen. Sie tritt ab, weil ihre Knie nicht mehr mitmachen. Die Umarmung nach dem Rennen dauert länger als das Rennen selbst. „Ich wollte ein letztes Mal Gas geben, aber mein Körper hat Nein gesagt“, sagt sie später. Rang 14 klingt nach Abstieg, ist aber ein Abschied mit offenem Visier. Drei Weltcupsiege, ein zweiter Platz, drei dritte – das ist die Bilanz einer Saison, die eigentlich gar nicht mehr stattfinden sollte. Olympia-Rang 8 war ihr Abschiedsgeschenk an sich selbst.

Lucia Dalmasso aus Italien gewinnt das Rennen, holt sich den zweiten Weltcupsieg dieser Saison. Für Hofmeister ist es das Signal, dass die neue Generation längst übernommen hat.

Prantl erreicht bestmarke – und bleibt trotzdem kurz vor dem ziel hängen

Prantl erreicht bestmarke – und bleibt trotzdem kurz vor dem ziel hängen

Ole-Mikkel Prantl steht im Viertelfinale, trifft auf Lee Sang-Ho, den WM-Dritten aus Südkorea. Prantl führt nach dem ersten Lauf, verliert im zweiten. Platz 6 ist die Bestleistung seiner Karriere – und trotzdem wirkt er nach dem Rennen wie jemand, der vergessen hat, sein Ticket für die Ehrenrunde zu lösen. „Ich wollte aufs Podest, nicht nur in die Nähe“, sagt er. Der 26-Jährige hatte in dieser Saison nur einmal die Top-10 verpasst, doch beim Finale reichte es nicht für die Medaille. Lee Sang-Ho gewinnt später das Rennen, macht damit den Kreis perfekt: Der Koreaner schlägt im Viertelfinale den Deutschen und im Finale den Rest der Welt.

Team-wettbewerb am sonntag – letzte chance auf verspätetes happy end

Team-wettbewerb am sonntag – letzte chance auf verspätetes happy end

Am Sonntag findet der traditionelle Team-Bewerb statt. Dann heißt es: Letzte Saison, letzte Chance, letzte Fahrt. Für das deutsche Team bleibt die Frage, ob sie die Saison mit einem Paukenschlag beenden oder nur mit einem Pfeifen im Dunkeln. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Kein Podestplatz im Finale, keine deutsche Fahne auf dem Siegerpodest. Die Saison endet, wie sie begann – mit viel Potential, aber ohne den großen Wurf.

Ramona Hofmeister wird nicht mehr dabei sein. Sie wird sich ihre Snowboard-Schuhe ausziehen und sie an die Wand hängen – neben die Medaillen, die sie in der Vergangenheit geholt hat. Ole-Mikkel Prantl wird wieder an den Start gehen, mit dem Wissen, dass er sich dem Ziel bereits genährt hat. Die Frage ist nur, wie nah er beim nächsten Mal wirklich rangeht.