Deutsche tennisdamen patzen gegen portugal – abstieg droht schon nach spiel eins
Die Rechnung war simpel, das Ergebnis ein Schock: Deutschland verliert im Billie Jean King Cup gegen Portugal mit 1:2 und muss fortan nach Punkten, Spielverhältnis und Gottes Gnade schielen, um den Klassenerhalt noch irgendwie zu schaffen. Der Aufstieg? Makulatur. Die Stimmung? Betäubt.
Noha akugue liefert an, seidel lässt die platine platzen
Nach der Regenunterbrechung vom Vortag startete die deutsche Auswahl wie aufgemacht für einen Sprint. Noma Noha Akugue biss sich in 1:46 Stunden gegen Matilde Jorge durch, servierte bei 6:4, 7:5 souverän aus und schickte ihren Coach Torben Beltz zum ersten Mal an die Bande applaudieren. Die Vorgabe war klar: Nun musste Ella Seidel nachlegen, Ranglistenprimusin in Abwesenheit von Eva Lys. Was folgte, war ein Blackout im Takt.
Seidel, seit Wochen auf Sand in Form, fand gegen die 185 der Welt, Francisca Jorge, kein Rezept auf Druck. Vor allem der erste Satz entglitt binnen 34 Minuten mit 2:6 – zu viele unerzwungene Fehler, zu wenig Durchschlagskraft. Im zweiten Durchgang kämpfte sich die Hamburgerin noch einmal heran, doch beim 5:6 schlug die Stunde der Portugiesin erneut. Returnwinner, Vorhand ins Netz, Satz und Match. 5:7. Der Ausdruck von Seidel: leer.

Doppel-debakel besiegelt 1:2 – schweden-duell wird zur falle
Die Entscheidung fiel im Doppel. Noha Akugue und Tessa Brockmann standen den Jorge-Schwestern von Beginn an auf der Tube. 1:6, 5:7 – die Zahlen lügen nicht. Portugals Geschwister spielten, als hätten sie ein gemeinsames Seelen-Kabel, während die deutschen Paarungsrookie aneinander vorbeiliefen. In der Pressezone hörte man nur das gedämpfte Fluchen von Teamchef Beltz.
Die Gruppenphase ist ein Tisch mit drei Beinen: Gegen Schweden am Nachmittag, gegen Dänemark am Freitag. Nur der Gruppensieger rutscht in die Play-offs, alle anderen fallen in die Regionalgruppe II – sprich: Tennis-Amateurebene im Nationalteam-Kosmos. Deutschland liegt nun mit 0:1 Siegen hinten, das Torverhältnis ist negativ, der Spielplan ein Gegner.
Die Schwedinnen gelten als machbar, aber genau das hat Seidel vor zwölf Stunden auch gedacht. Die Lehrstunde: In Team-Wettbewerben zählt jeder Punkt dreifach, und Nerven kann man nicht im Fitnessstudio trainieren. Jetzt heißt es Siegen oder Packen – die dritte Option ist der freie Fall.
