Deutsche skispringerinnen holen silber bei junioren-wm in lillehammer
Lillehammer hat gesprochen. Die deutschen Skispringerinnen haben bei den Junioren-Weltmeisterschaften im norwegischen Lillehammer Silber im Teamwettbewerb geholt – und das auf eine Art und Weise, die Gänsehaut macht. Anna-Fay Scharfenberg, Emily Teubner, Megi Lou Schmidt und Julina Kreibich lieferten von der Normalschanze eine nahezu makellose Mannschaftsleistung ab, die am Ende punktgleich mit Österreich belohnt wurde. Gold ging an Slowenien – und daran gab es nichts zu rütteln.
Ein krimi bis zur letzten schanze
Was sich im zweiten Durchgang abspielte, war kein gewöhnlicher Wettkampf. Es war ein Nervenduell auf engstem Raum. Vor dem letzten Sprung lag das DSV-Quartett noch 0,2 Punkte hinter Österreich. Wer bei solchen Abständen zittert, verliert. Julina Kreibich zitterte nicht. Sie holte den Rückstand auf Luise Tritscher auf – und sicherte damit Silber für Deutschland.
Tritscher selbst hatte zuvor die Tagesbestweite mit 99 Metern im ersten Durchgang gesetzt. Eine beeindruckende Leistung, die aber letztlich nicht für Gold reichte – weil das DSV-Team genau das tat, was Teamwettbewerbe entscheidet: Es war ausgeglichen. Drei von vier Deutschen sprangen 95 Meter oder weiter. Kein Ausreißer nach unten, kein Totalausfall. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Mannschaft und einer Ansammlung von Einzelspringerinnen.

Slowenien war schlicht eine andere kategorie
Taja Terbovsek, Ajda Kosnjek, Izadora Kopac und Maja Kovacic ließen keine Zweifel aufkommen. 35,7 Punkte Vorsprung – das ist keine knappe Entscheidung, das ist ein Statement. Slowenien dominierte diesen Wettbewerb von Beginn an und machte deutlich, wo die Benchmark im Junioren-Skispringen der Frauen derzeit liegt.
Das debakel der gastgeberinnen
Während Deutschland und Österreich um Silber kämpften, erlebten die Norwegerinnen einen Abend zum Vergessen. Als einzige von neun Mannschaften schafften sie es nicht in den zweiten Durchgang – und wurden damit Letzte. Von vier Starterinnen übersprang lediglich Kristiane Tyrom die 80-Meter-Marke. Auf heimischem Boden. Bei einer WM. Das schmerzt.
Für das DSV-Team hingegen ist diese Silbermedaille mehr als nur ein Ergebnis. Sie zeigt, dass die Breite im deutschen Frauen-Skispringen wächst. Vier Springerinnen, vier solide Leistungen, ein gemeinsames Ziel. Das lässt sich nicht erzwingen – das muss gewachsen sein.
