Deutsche sehen spanien und frankreich vorne – 90 prozent wollen nächste wm hier

Die Trophäe soll also schon wieder nach Hause kommen. Doch diesmal glaubt nur jeder Fünfte daran. Fünf Tage vor dem ersten Pfiff gegen Curaçao zeigt sich die Nation gespalten: Euphorie auf Sparflamme, Favoritenkreise klar umrissen.

Zwischen viertelfinale und titeltraum

Das „WM-Barometer“ liefert die nüchterne Bilanz: 32 Prozent halten das Viertelfinale für realistisch, 21 Prozent träumen laut vom fünften Stern. Die große Mehrheit verortet Julian Nagelsmanns Team irgendwo dazwischen – Platz drei oder vier, Vize oder besser. Nur eine kleine Minderheit rechnet mit einem frühen K.o.: 5,1 Prozent glauben an das Achtelfinal-Aus, 0,8 Prozent wittern schon nach der Gruppenphase das letzte Gruppenfoto. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschland erwartet solide Leistung, aber keine Heldenepik.

Spanien und Frankreich lassen die Fans hellhörig werden. 28,5 Prozent setzen auf La Roja, 27,3 Prozent auf Les Bleus. England hält sich mit 9,1 Prozent im Windschatten. Die Abstimmung ist knapp, fast so knapp wie ein Elfmeterschießen.

Stimmung auf der richterskala: „befriedigend minus“

Stimmung auf der richterskala: „befriedigend minus“

Die persönliche WM-Vorfreude erreicht auf der Schulnotenskala eine 3,41, die kollektive Stimmung eine 3,36. Keine schlechte Note, aber auch kein Freudentaumel. Es ist die Ruhe vor dem Sturm – oder nach dem Sturm der letzten Turniere. Die Fans haben gelernt, sich zu schützen.

Deutschland will 2038 oder 2042

Deutschland will 2038 oder 2042

90,3 Prozent der Befragten drücken die Daumen für eine erneute Bewerbung. Das ist keine Mehrheit, das ist ein Schulterschluss. 1974 und 2006 liegen lange zurück, das Land sehnt sich nach Sommermärchen 2.0. Der DFB spürt den Rückenwind. Ein entsprechendes Papier kursiert bereits im Hintergrund.

Wenn am 10. Juni in München das erste Spiel startet, wird die Nation vor den Bildschirmen sitzen – nicht aus Verpflichtung, sondern aus stiller Hoffnung. Die Messlatte liegt tiefer, der Traum aber immer noch hoch genug. Und sollte am 12. Juli die Finalfeier steigen, winkt nicht nur Gold, sondern auch eine Zukunft, die schon jetzt geplant wird. Deutschland traut sich wieder etwas zu – vorsichtig, aber entschlossen.