Deutsche seglerinnen: brasilianerin andrade will neue maßstäbe setzen

Rom – Die Segelwelt in Deutschland und darüber hinaus erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung, insbesondere im weiblichen Bereich. Und nun kommt Verstärkung aus Brasilien: Die Modedesignerin und leidenschaftliche Seglerin Milena Andrade präsentiert in Rom ihr ambitioniertes Projekt „Women Sailing Leaders“ – ein Vorhaben, das darauf abzielt, Frauen jeden Alters für das Segeln zu begeistern und ihnen den ersten Schritt zu ermöglichen.

Von der lago maggiore bis zur america’s cup: eine reise für frauen

Von der lago maggiore bis zur america’s cup: eine reise für frauen

Andrade, eine gebürtige Brasilianerin mit italienischen Wurzeln, die in Mailand lebt, hat sich nicht nur einen Namen in der Modewelt gemacht, sondern sich auch der faszinierenden Welt des Segelns verschrieben. Ihre Reise führte sie bis zur America’s Cup in Barcelona 2024, wo sie aktiv an Veranstaltungen beteiligt war, die sich ausschließlich dem weiblichen Segelsport widmeten. „Ich bin nicht als Seglerin geboren, aber ich habe gelernt, weil ich mir selbst beweisen wollte, dass ich es kann“, erklärt Andrade mit Überzeugung.

Das Projekt „Women Sailing Leaders“ soll nun in Italien Fuß fassen und mit einer Reihe von 27 Stationen, beginnend am malerischen Lago Maggiore, bis hin zur prestigeträchtigen America’s Cup in Neapel eine breite Basis schaffen. Die Präsentation vor dem italienischen Olympischen Komitee (CONI) unter der Leitung von Präsident Luciano Buonfiglio verdeutlicht die Wichtigkeit dieses Vorhabens für den italienischen Segelsport.

Ein Blick auf die Zahlen: Die Federazione Italiana Vela (FIV) präsentiert beeindruckende Statistiken. Von den 157.511 Tesserini im Jahr 2024 sind 35% Frauen. Im Bereich der sportlichen Aktivitäten und Wettkämpfe liegt der Frauenanteil sogar bei 48%. Ein Erfolg, der maßgeblich auf die Arbeit von Legenden wie Alessandra Sensini und die jüngsten Triumphe von Caterina Banti und Marta Maggetti zurückzuführen ist.

„Wir müssen diesen Mythos vom teuren Sport entkräften“, betont Francesco Ettorre, Präsident der FIV. „Es ist nicht so kostspielig, Kinder an das Segeln heranzuführen, wie man vielleicht denkt.“

Andrade’s Engagement geht über das bloße Anbieten von Segelkursen hinaus. Es ist eine Botschaft der Ermächtigung und der Selbstbestimmung. Denn wie sie selbst sagt: „Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung: der Entscheidung, es zu versuchen.“

Die Erfolge der deutschen Seglerinnen in den letzten Jahren, allen voran die herausragenden Leistungen von Banti und Sensini, zeigen, dass in Deutschland ein enormes Potenzial schlummert. Mit Initiativen wie „Women Sailing Leaders“ wird dieses Potenzial weiter entfesselt und eine neue Generation von Seglerinnen inspiriert. Der Lago Maggiore mag der Startpunkt sein, aber das Ziel ist klar: die Welt des Segelns für Frauen zu öffnen und sie auf die großen internationalen Bühne zu bringen.