Detroit schlägt nashville und zementiert playoff-traum – seider bleibt trotzdem ohne punkt

Nashville – Ein Schlag ins Leere Tor, ein Sieg im Rücken und trotzdem ein fader Beigeschmack: Die Detroit Red Wings haben die Nashville Predators mit 4:2 niedergebrannt und sich im Osten weiter an die Spitzengruppe herangekämpft. Doch Moritz Seider, Deutschlands bestbezahlter Verteidiger, blieb zum dritten Mal in Folge ohne Scorerpunkt. Die Zahlen sprechen für sich: 24 Minuten Eiszeit, sieben Checks, null Punkte.

Ein spiel mit zwei gesichtern

Die ersten zwanzig Minuten gehörten Detroit. Die Red Wings spielten, als hätten sie die Pause vergessen – schnell, direkt, gnadenlos. Doch Nashville schlug zurück. Ein Doppelschlag innerhalb von 73 Sekunden drehte die Partie. Die Bridgestone Arena tobte. Da war sie wieder, die alte Schwäche: Detroit verliert die Deckung, der Slot wird zur Autobahn.

Doch dieses Team ist nicht mehr das von vor zwei Jahren. Lucas Raymond jagte den Puck in den Winkel – 1:1, die Anzeigetafel zuckt. Kurz vor der zweiten Pause dann die Szene des Abends: Albert Johansson kassiert eine Strafe, steigt aus der Box – und netzt in Unterzahl. Ein Kurzhand-Tor, das in den Playoffs Geschichte schreiben könnte.

Debrincat legt nach, seider schweigt

Debrincat legt nach, seider schweigt

60 Sekunden vor Ultimo zieht Alex DeBrincat ab. Das leere Tor ist ein Schrei, der Puck ein Flüstern. 4:2 – die Scheibe liegt im Netz, die Predators liegen am Boden. Detroit feiert, die Tabelle lügt nicht: Platz drei im Osten, drei Punkte Vorsprung auf die Wildcard-Fresser.

Moritz Seider? Er schickt den Puck rund, verlagert, blockt – aber er trägt ihn nicht zum Tor. Nach Olympia war er der Held, jetzt ist er der Schweigsame. Kein Assist, kein Goal, nur Eiszeit. In der Kabine sagt er keinen Satz zu den Medien. Die Kamera sucht sein Gesicht – nichts als Stahl.

Die kommenden fünf Spiele entscheiden, ob Detroit erstmals seit 2019 wieder in die zweite Runde blickt. Die Tendenz: steil. Die Frage: reicht es ohne deutschen Punktfluss? Die Antwort liegt in Kanada, wo nächste Woche die nächste Scheibe rollt.