Desg-skandal: berlin drängt auf krisengipfel mit athleten

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft muss sich in den nächsten Tagen an einen Tisch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und den betroffenen Athleten setzen – auf Druck des Bundestags. Das verlangte die Bundesregierung in der Sportausschuss-Sitzung am Mittwochabend.

Bettina Lugk, sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, kündigte nach der Sitzung an: „Es wird zeitnah eine Wiedervorlage im Ausschuss geben.“ Der DOSB solle ein moderiertes Gespräch einberufen – mit Präsidium, Trainerstab und allen Athleten, die während der Winterspiele über Missstände bei der DESG geklagt hatten.

Startverbot für petzold war der funke

Startverbot für petzold war der funke

Der Fall eskalierte, nachdem Fridtjof Petzold nach seinem enttäuschenden Auftritt in Mailand/Cortina öffentlich kritisierte: Fördergelder würden stocken, Betreuung fehle, Prämien versickern. Die Antwort der Verbandsspitze: ein Startverbot gegen den 24-Jährigen. Lugk schüttelt den Kopf: „Ein Verband, der sich vom schlechten Abschneiden ablenken lässt, indem er den Boten mundtot macht, verspielt jede Glaubwürdigkeit.“

Die DESG hatte sich zusätzlich ins Fernsehen geschossen, als sie Journalisten der ARD von ihrer Pressekonferenz ausschloss – genau die Reporter, die die Vorwürfe recherchiert hatten. Lugk: „Wer mit Bundesmitteln arbeitet, muss Transparenz leben, nicht blockieren.“

Die Drohkulisse wirkt. Berlin verlangt jetzt monatliche Sachstandsberichte. Keine Einzelmaßnahme, sondern ein strukturiertes Monitoring – damit das nächste Eisstadion nicht wieder zum Schauplatz von Gehaltsschecks und Schweigen wird.

Die Athleten haben das Heft in der Hand. Kommt der DOSB-Moderationsvorschlag, steht der Verband vor der Wahl: mitspielen oder sich selbst isolieren. Die Uhr tickt. Die nächste Eisschnelllauf-Weltcup-Saison beginnt in sieben Monaten.