„Der mann der gewässer“ kehrt zurück – und wird von einer schildkröte gestoppt

Cancún – Ein Comeback mit einem jähen Ende: Alberto Lorente, bekannt als „El Hombre de las Aguas“ (Der Mann der Gewässer), musste bei „El Cruce“, einem der prestigeträchtigsten Open-Water-Schwimmrennen der Welt, aufgeben. Nur wenige Meter vor dem Sieg, so scheint es, verhinderte eine Schildkröte den Triumph des erfahrenen Athleten.

Ein leben zwischen rekorden und selbstversuch

Lorente, der zuvor für zahlreiche persönliche und nationale Rekorde sorgte – darunter die Schwimmumrundung Spaniens und Mallorcas – kehrte nach einer Phase intensiver Selbstversuche und Einzelherausforderungen zurück in die Welt des Wettkampfs. „El Cruce“ zwischen Cancún und Isla Mujeres, geprägt von starken Strömungen, hohen Temperaturen und extremer Luftfeuchtigkeit, galt als ultimative Prüfung seiner Fähigkeiten. Er war zuversichtlich, wie er selbst sagte: „Ich wusste, dass es schwierig werden würde, aber ich vertraute auf meine Vorbereitung und meine Erfahrung.“

Doch das Rennen nahm eine unerwartete Wendung. Im sechsten Kilometer, als Lorente die Führung übernahm und auf einen neuen Rekordkurs schien, kam es zur Kollision mit einer Schildkröte. „Ich versuchte, den Zusammenstoß zu vermeiden, aber ich habe mir eine partielle Zerrung des linken Ischiocruralmuskels zugezogen“, berichtet Lorente enttäuscht. Der Schmerz war so heftig, dass er auf die Unterstützung eines Rettungsschiffs angewiesen war – was gemäß den Regeln des Rennens zur Disqualifikation führte.

Mehr als nur ein verlorenes rennen

Mehr als nur ein verlorenes rennen

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Unwägbarkeiten des Sportes. „Als Sportler ist es natürlich frustrierend zu erkennen, dass man so nah am Ziel war, aber es ist wichtig, positiv zu bleiben und zu akzeptieren, dass manche Dinge außerhalb unserer Kontrolle liegen“, kommentiert Lorente mit Fassung. Doch sein Blick ist bereits nach vorne gerichtet.

Der nächste, noch ambitioniertere Plan: Die Verbindung der fünf Kontinente durch das Schwimmen. „Das ist machbar, auch wenn die Bedingungen in der Antarktis mit Wassertemperaturen um die drei Grad Celsius und den bürokratischen Hürden eine große Herausforderung darstellen“, erklärt Lorente. Die bürokratischen Auflagen scheinen ihm sogar noch problematischer als die körperliche Anstrengung zu sein. Eine Schildkröte mag ihn zwar aus dem Rennen genommen haben, aber den unbändigen Willen des „Mannes der Gewässer“, neue Grenzen zu überschreiten, kann sie nicht brechen. Sein Ehrgeiz ist unerschütterlich, und es bleibt abzuwarten, welche neuen, unglaublichen Herausforderungen er sich als Nächstes stellt.