De jong: „ich bin nicht abgeneigt, mehr zu reden – aber kein marketing-zirkus!
Barcelona – Frenkie de Jong hat in einem exklusiven Interview mit Sport eine überraschende Kehrtwende bezüglich seiner Kommunikation mit den Medien angedeutet. Der niederländische Mittelfeldspieler, der sich in der Vergangenheit oft zurückgezogen hatte, räumte ein, dass er möglicherweise öfter hätte sprechen sollen, um ein klareres Bild von sich selbst zu vermitteln. Doch ein Detail blieb ihm wichtig: Er möchte sich keineswegs von einem Presseteam oder Marketingberatern instrumentalisieren lassen.
Die wahrheit hinter dem schweigen
„Ich habe das Gefühl, dass die Leute den wahren Frenkie nicht kennenlernen konnten“, erklärte de Jong. „Es gab eine Phase, in der ich fast komplett den Kontakt zur Presse abbrach. Das war ein Fehler. Denn dann hören die Leute nur noch die Meinungen anderer und interpretieren meine Leistungen falsch.“ Seine Sorge: Dass Agenten und Marketingexperten mit Journalisten sprechen und so versuchen, das Bild eines Spielers zu formen – ein Spiel, in dem er sich nicht sonderlich wohl fühlt. „Ich weiß, dass das so funktioniert, aber es liegt nicht in meinem Naturell“, betonte der 26-Jährige.

Kehrtwende im barça-bekenntnis
Die Gerüchte um einen möglichen Abschied aus Barcelona sorgten im vergangenen Jahr für viel Aufruhr. De Jong gestand, dass er damals frustriert gewesen sei, aber betonte nun: „Ich gehe nicht. Ich habe keinen Moment in Erwägung gezogen, den Verein zu verlassen.“ Seine Beziehung zu Sportdirektor Deco und Präsident Joan Laporta sei inzwischen ausgezeichnet. Ein klares Bekenntnis zum FC Barcelona, das im katalanischen Fußballerzähren Gewicht hat.

Die masia-tradition und der druck
De Jong räumte ein, dass er die Kritik einiger Fans versteht. „Der FC Barcelona ist tief in der Tradition von La Masia verwurzelt. Das ist etwas Besonderes und wichtig für den Verein. Es ist normal, dass die Leute Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bevorzugen. Schließlich sind die meisten unserer Mittelfeldspieler auch von La Masia“, so de Jong. Er weiß, dass seine Position aufgrund dieser Tradition schwieriger ist, aber er akzeptiert den Druck.
Führung auf seine art
Auf die Frage nach Führungsqualitäten antwortete de Jong reflektiert: „Ich versuche, mit gutem Beispiel voranzugehen und meine Mitspieler zu unterstützen, wenn ich sehe, dass sie Hilfe brauchen. Ich bin kein Typ, der ständig schreit oder brüllt. Das ist einfach nicht meine Art.“ Er beobachtet das Verhalten anderer Spieler im Umfeld des Teams, ohne sich von unnötigem Lärm ablenken zu lassen.
Transfermarkt und zukunftsperspektiven
Bezüglich möglicher Neuzugänge äußerte de Jong, dass der FC Barcelona nur Spieler von Weltklasse holen sollte. Über den jungen Julian Álvarez sprach er nicht. Er betonte die Qualität von Marcus Rashford und dessen Verdienste. Was die internen Spannungen im direkten Duell mit Real Madrid angeht, so bestätigte er zwar, dass es „manchmal“ zu Auseinandersetzungen kommt, betonte aber: „Aber nichts Ernstes, das lange dauert.“
Die Worte de Jong lassen keine Zweifel zu: Er ist entschlossen, in Barcelona zu bleiben und mit seiner Spielweise und seiner Persönlichkeit das Team zu bereichern. Es wird spannend zu sehen sein, ob er seine Versprechen einlösen und die Erwartungen der Fans erfüllen kann.
