De bruyne zieht die strippen: neapel jagt die champions league mit einem superstar

Kevin De Bruyne ist zurück, und mit ihm die Gewissheit, dass Neapel wieder zubeißen kann. Drei Assists in 72 Minuten gegen Lecce – das war kein Comeback, das war eine Machtdemonstration. Der Belgier lenkte das Spiel wie ein Dirigent, der sein Orchester nach Wochen der Stille endlich wieder schwingen lässt.

Die zahlen, die den unterschied machen

430 Minuten hat der 32-Jährige bislang in dieser Saison gedreht – von 900 möglichen. Doch diese Minuten wirken wie ein Katalysator: In den Partien mit De Bruyne schießt Neapel durchschnittlich 2,3 Tore, ohne ihn nur 1,4. Die Expected Goals steigen um 38 Prozent, wenn er auf dem Rasen steht. Conte weiß: Das ist keine Eintagsfliege, das ist ein Präzisionsinstrument.

Der Blick geht nach vorne. Champions-League-Platz vier ist nur zwei Punkte entfernt, Inter liegt fünf Zähler vorne. Aber da ist auch das EM-Turnier. De Bruyne will nicht nur dabei sein, er will führen. Die Muskelverletzung ist abgehakt, das Knie spielt wieder mit, und die Zahlen im Trainingslager von Castel Volturno sprechen eine klare Sprache: 34 km/h Spitzengeschwindigkeit, 92 Prozent Passgenauigkeit bei Ballaktionen über 20 Meter.

Lukaku, anguissa und das nächste fegefeuer

Lukaku, anguissa und das nächste fegefeuer

Morgen entscheidet sich, ob Romelu Lukaku zum Team stoßen darf. Sein Berater Pastorello verhandelt mit Sportdirektor Manna, doch De Laurentiis ist nicht gesprächsbereit, wenn Disziplin auf dem Spiel steht. Fehlt Lukaku, droht Geldbuße und Suspendierung. Neapel riskiert ein Poker-Spiel, das den Liga-Endspurt beeinflussen könnte.

Denn der Kalender wird zum Feind: Milan an Ostermontag, dann Lazio, danach Atalanta. Anguissa meldet sich zurück, Rrahmani soll gegen Lazio einsatzbereit sein, Di Lorenzo und Neres folgen Anfang Mai. Conte rotiert, aber er weiß: Ohne De Bruyne ist selbst die beste Rotation nur ein Placebo. Mit ihm aber kann selbst ein 0:2 noch wie ein Vorsprung wirken.

Die Uhr tickt. Noch 38 Tage bis zum EM-Auftakt gegen Ungarn. De Bruyne hat sich ein Ziel gesetzt: mindestens 500 weitere Minuten für Neapel, um in Topform nach Deutschland zu reisen. Die Fans spüren es, die Gegner auch. Wer jetzt ins Maradona kommt, betritt kein Stadion, sondern eine Arena, in der ein Superstar die Rollenverteilung neu schreibt. Und vielleicht sogar die Titelverteilung.