Davos am abgrund? verletzungspech droht final-traum zu zerstören
HC Davos bangt um den Aufstieg in den Final. Nicht etwa die ZSC Lions stellen die grösste Bedrohung dar, sondern ein verheerendes Verletzungspech, das die Bündner Reihen dezimiert und Trainer Josh Holden vor eine Zerreissprobe stellt. Der Traum vom Titel scheint in den letzten Wochen immer mehr zu verblassen.
Personalkrise auf der wichtigen centerposition
Der Ausfall von Schlüsselspieler Enzo Corvi, der seit Mitte Januar mit einer schweren Kopf- und Nackenverletzung zu kämpfen hat, wiegt am schwersten. Seine Abwesenheit hat eine Kettenreaktion ausgelöst: Valentin Nussbaumer, der mit seiner Spielintelligenz und seinem Torinstinkt so positiv überrascht hatte, verletzte sich im Viertelfinal gegen Zug am Innenband und fällt für den Rest der Saison aus. Auch das Jungtalent Rico Gredig fehlt seit Anfang März mit einer Verletzung.
Holden steht somit vor der schwierigen Aufgabe, seine verbliebene Mannschaft zu motivieren und zu formieren. „Wir brauchen die Center“, kommentierte der Coach die Situation lakonisch. Aktuell kann er lediglich auf Simon Ryfors, Rasmus Asplund, Chris Egli und den jungen Beni Waidacher (19) setzen – eine dünne Personaldecke für die anstehenden Herausforderungen.

Lemieux wartet: chance oder risiko?
Ein Lichtblick könnte Brendan Lemieux sein, der im Viertelfinal gegen Zug mit fünf Punkten (ein Tor, vier Assists) überzeugte und sich in die Herzen der HCD-Fans spielte. Doch bisher blieb der 30-jährige Kanadier in den Halbfinalpartien gegen die ZSC Lions vorerst unberücksichtigt. Die etablierten Center Asplund und Ryfors sind gesetzt, und die verbleibenden Ausländerplätze sind ebenfalls knapp vergeben. Filip Zadina, der bisher ebenfalls traf, könnte auf der Tribüne Platz nehmen, um Lemieux eine Chance zu geben. Eine riskante Entscheidung?
Die Situation ist angespannt. Es bleibt abzuwarten, ob der HCD nach der knappen Niederlage in Spiel 2 mit einem veränderten Line-Up agieren wird. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob sich die Bündner trotz des Verletzungspechs noch in die Spur finden und den Final erreichen können. Doch die Zeichen stehen nicht gut.
