Daumen-op! arsenals leih-torwart hein fällt komplett aus

Karl Hein wird Werder Bremen nicht mehr retten. Der estnische Leih-Torwart riss sich am Donnerstag im Training den Daumenbandapparat, am Dienstag folgt in London die Operation – Saison vorbei, Aus in Grün-Weiß.

Der schock kam in einer harmlosen übung

Zeigefinger hoch, Daumen weg: Das simple Fang-Drill verwandelte sich für Hein in einen Albtraum. Nach dem ersten Check durch Dr. Philip Heitmann flog der 23-Jährige noch am Freitag zu einem Handspezialisten nach England – Diagnose: komplexe Ruptur, keine Alternative zum Skalpell. Werders Nummer 2 bleibt dort direkt, startet Reha, kommt voraussichtlich erst zur neuen Spielzeit wieder.

Trainer Daniel Thioune schluckte: Das tut mir für Karl unheimlich leid. Er hob hervor, wie sehr sich Hein in die Backup-Rolle eingekauft hatte: „In jeder Einheit Vollgas, nie ein Mucks, nur Teamgeist.“ Dafür sprach auch seine Leistung in seinen zwei Pflichtspielen: Gegen Bayern (0:4) kassierte die kicker-Redaktion trotz des Debakels nur eine 2 für ihn, im 1:0 gegen St. Pauli eine 3.

Mit 44 länderspielen trotzdem nur dauer-stellvertreter

Mit 44 länderspielen trotzdem nur dauer-stellvertreter

Seit 2018 hält Arsenals Vertrag die Reisetasche bereit: Reading, Valladolid, Bremen – stets Leihstation, nie Karriere. In Spanien lief er 31-mal in La Liga auf, konnte den Abstieg von Valladolid aber nicht verhindern. Auch an der Weser blieb die erhoffte Sprungbrett-Funktion aus, weil Mio Backhaus die Nummer 1 blieb. Jetzt droht die Leihe mit einem unsentimentalen Knacks zu enden: Werder spielt die Rückrunde ohne ihn, er selbst ohne Wettkampfpraxis.

Die Hanseaten müssen umdenken. Mit Michael Zetterer steht ein weiterer Keeper bereit, trotzdem prüft die Sportabteilung, ob der vereinslose Ex-St.-Paulianer Dennis Smarsch als Notnagel springt. Die Daumen sind in Bremen derzeit nur noch gedrückt – für einen Spieler, dessen eigener Daumen ihn ausbremst.