Daniliuc sprintet zurück: basels abwehr-befreiung kommt früher als erwartet

Flavius Daniliuc zieht die Schuhe wieder an – und mit ihm die Hoffnung des FC Basel. Nach 37 Tagen Zwangspause trainiert der österreichische Innenverteidiger wieder mit der Profimannschaft. Sonntag, 17.30 Uhr, St. Jakob-Park: Gegen Servette könnte er erstmals wieder auf der Bank sitzen.

Lichtsteiner nimmt sich die zeit für eine sorgfältige risiko-rechnung

Stephan Lichtsteiners Stimme klingt entspannter, als man es von einem Trainer erwarten würde, dessen Team in den letzten fünf Spielen nur sieben Punkte holte. „Wir müssen das Abschlusstraining abwarten, aber die Option besteht“, sagt er und meint damit nicht irgendeinen Spieler, sondern den Mann, den er im Sommer als „kommenden Leader“ bezeichnete. Daniliuc war im August für rund eine Million Euro aus Nizza gekommen, sollte die defensive Unruhe in Basel mit seiner ruhigen Art und präzisen Spielweise zähmen. Stattdessen verletzte er sich am 17. Februar im Training im Hüftbeuger – ein Muskelfaserriss, der ihn für fast zwei Monate außer Gefecht setzte.

Die Rechnung hinter der möglichen vorzeitigen Rückkehr ist einfach: Basel kassierte in den letzten drei Super-League-Spielen fünf Gegentore, zwei davon nach Standardsituationen. Genau dort fehlte Daniliucs Kopfballstärke. Der 24-Jährige absolvierte in dieser Saison 16 Pflichtspiele, gewann 68 Prozent seiner Zweikämpfe – ein Wert, den kein anderer Basler Innenverteidiger erreicht. Mit ihm zurück in der Startelf würde die Abwehr nicht nur stabiler, sondern auch jünger: Durchschnittsalter ohne Daniliuc: 28,4 Jahre; mit ihm: 26,1.

Van breemen liefert das zweite puzzlestück

Van breemen liefert das zweite puzzlestück

Finn van Breemen wartet bereits in den Startlöchern. Der Niederländer saß beim 1:2 in St. Gallen bereits auf der Bank, absolvierte zuvor 45 Minuten für die U-21. Sein letztes Pflichtspiel liegt zwar ein Jahr zurück, doch Lichtsteiner schwärmt von dessen „unglaublicher Professionalität“. Van Breemen war im März 2023 vom HSV nach Basel gekommen, riss sich jedoch im Testspiel gegen Stuttgart das Syndesmoseband. Seitdem kämpft er sich zurück. Der Plan: Er soll zusammen mit Daniliuc die defensive Dreierkette formieren, die Lichtsteiner seit Wochen probiert, aber wegen Personalmangels nie umsetzen konnte.

Die beiden Rückkehrer könnten den Knackpunkt darstellen. Basel steht aktuell auf Rang fünf – zwei Punkte hinter dem Europa-Conference-League-Platz. Die restlichen sieben Spiele der Saison werden über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. „Wir haben nicht mehr viel Luft“, sagt Sportchef Marco Streller. „Aber mit Flavius und Finn bekommen wir genau die Frische, die wir brauchen.“

Die Fans sind sich sicher: Schon am Sonntag wird die Kurve „Daniliuc“ skandieren, sollte er auflaufen. Es wäre nicht nur ein persönliches Comeback, sondern auch ein Statement – Basel ist bereit, die Saende mit neuer Defensive zu retten. Und wenn es klappt, dann steht Basel am Ende vielleicht doch noch auf einem Europapokal-Rang. Die Rechnung ist denkbar einfach: Ein gesunder Daniliuc bedeutet im Schnitt 0,7 Gegentore weniger pro Spiel. Bei sieben verbleibenden Partien wären das fast fünf Punkte mehr. Genug, um die Saison doch noch zu drehen.