Dacia sandero stepway eco-g 120 auto: die 20-ps-attacke, die den markt aufmischt
Der Spanier dominiert das Tor, der Italiener brilliert auf dem Asphalt – aber wer hätte gedacht, dass der rumänische Underdog 2026 erneut das meistverkaufte Auto Europas wird? Die Dacia Sandero Stepway Eco-G 120 Auto schiebt 20 frische Pferde unter die Haube, koppelt sie an ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und fegt so günstig durch die Preislisten, dass selbst hartgesottene Markenstrategen nervös werden.
Die zahlen, die den verbrenner-alltag verändern
1,2 Liter Hubraum, 90 kW/120 PS, 197 Nm Drehmoment – auf dem Papier klingt das nach solidem Mittelmaß. Doch die Waage stoppt bei 1.205 kg. Das Resultat: 10,1 Sekunden bis 100 km/h, Spitze 170 km/h, kombiniert 5,7–5,9 l Super oder 7,2–7,5 l LPG auf 100 km. Reicht für 1.600 km Reichweite mit beiden 50-Liter-Tanks. Preis: 19.100 Euro für die Ausstattung Expression, 20.200 Euro für Extreme. Wer Schalten will, steigt für 16.500 Euro ein. Die Botschaft: Mehr Leistung, gleicher Preis.
Renaults EDC-Getriebe – sonst in Clio und Captur verbaut – schaltet nun erstmals in einem Dacia. In der Stadt flutscht es butterweich, auf der Landstraße liegen die Gangwechsel per Paddel im Fingerpuls. Drei Zylinder, Turbo, zwölf Ventile: Das Aggregat zieht schon ab 1.500 Touren an, knurrt leise wie ein Boxer, der weiß, dass er den Gegner vor sich hat. Der LPG-Modus funktioniert nahtlos, selbst bei minus zehn Grad springt der Motor ohne Rucken auf Gas um.

Streuverluste am rande der perfektion
Doch selbst ein Quoten-Knüller hat Makel. Die Lenkung bleibt zu leicht, zu indirekt. Ein schneller Wechsel zwischen Ortschaften entlarvt die weiche Abstimmung: Wo ein Ford Puma spurt, schwabbelt die Stepway. LED-Scheinwerfer vorn, aber Halogen-Fernlicht – ein Kompromiss, der nachts auf Landstraßen an die Substanz geht. Und das digitale Cockpit? Schick, aber die Menüstruktur verlangt nach Geduld, weil Tiefgang in der Software fehlt.
Im Kofferraum passen 370 Liter, umgeklappt 1.455 Liter – das schlägt jeden city-cross-Konkurrenten. Dazu 200 mm Bodenfreiheit, Plastik-Cladding an den Radhäusern, Dachreling serienmäßig. Die Optik spielt Crossover, die Preisliste Kleinwagen. Kein Wunder, dass die Händler Bestelllisten bis in den Herbst führen.
Warum diese stepway mehr ist als ein schnäppchen
Dacia liefert kein emotionales Sportgerät, sondern ein nutzbares Werkzeug. Wer pendelt, Familie plus Hund transportiert und dabei Sprit sparen will, bekommt hier maximale Effizienz für den Preis eines gutausgestatteten Smartphones. Die 20 Extra-PS kosten exakt null Aufpreis. Das ist Cleverness statt Klassenkampf. Und weil die Werkstattkataloge seit Jahren dieselben Motorenteile listen, fürchtet sich auch kein Freund langer Halterkosten.
2026 fährt die Sandero Stepway also wieder an die Spitze der Verkaufscharts – nicht, weil sie besser ist als ein Golf, sondern weil sie für viele einfach reicht. In Zeiten explodierender Energiepreise und volater Gebrauchtwagenmärkte lautet die Devise: Runter vom Premium-Trip, rauf auf vernünftige Quadratmeter. Die Stepway liefert sie – mit 120 Pferden im Gepäck und einem Lächeln auf dem Nummernschild.
