Dacia duster hybrid 155: erst 9,4 s auf 100 km/h und fast 20 km/l – das neue suv-workhorse
Der Dacia Duster schlägt zurück – und diesmal mit 158 PS unter der Haube. Nach zwei Jahren des sanften Facelifts packt der rumänische Allrounder den 1,8-Liter-Vollhybrid an, versenkt den Sprint auf Landstraßentempo um 0,7 Sekunden und spült trotzdem fast 20 Liter Super auf 100 Kilometer zurück in den Tank. Kein Allrad, dafür ein Preisschild, das selbst Kia und Hyundai schlucken lässt: 26 650 Euro für die Expression-Version – das ist Spitzengebot im B-SUV-Segment.
Warum der neue 1,8 statt 1,6 plötzlich zählt
Die Antwort steckt im Zylinder. Renault verzichtet auf Downsizing, behart auf Saugern, dafür aber auf Turbo. Der 1,8-Liter-Vierzylinder leistet 109 PS und 172 Newtonmeter, arbeitet im Verbund mit einem 50-PS-E-Motor und einem 1,4-kWh-Akku. Das Multimode-Getriebe mit zwei elektrischen und vier Verbrennungsstufen kombiniert 15 Schaltwege – genug, um aus dem Stand heraus elektrisch zu rollen und bei 130 km/h auf der Autobahn den Verbrauch auf 5,1 Liter zu drücken. CO2? 106 g/km, acht Gramm weniger als das alte 1,6-System. Die Traktion bleibt an der Vorderachse, doch wer Allrad will, muss zum Bigster greifen.
Im Kurztest zwischen Mailand und dem Po-Flachland zeigt sich der Duster erstmals als echter Schrittwerker. 0-100 km/h in 9,4 Sekunden klingt nach Mittelmaß, fühlt sich aber mit dem sofortigen E-Boost wie ein kraftvoller Handschlag an. Bei 110 km/h schaltet das Multimode-System unmerklich herunter, der Benziner bleibt stumm, der Wind erzählt seine Geschichte – und die ist laut. Die Aerodynamik des Kastens bleibt sein Achillesferse, doch im Stadtverkehr gleicht das System die Schwäche aus: 21,3 km/l laut WLTP, 19,2 km/l auf unserer Strecke. Eine Zahl, die selbst Toyota C-HR-Fahrer neugierig macht.

Ausstattung und preise: dacia spielt poker mit dem markt
Drei Ausstattungslinien, keine Fragen. Expression liefert schon 17-Zoll-Leichtmetall, 10-Zoll-Infotainment und digitale Cockpit. Journey legt 18-Zöller und Lordosenstütze drauf, Extreme schickt Schwarz-Applikationen und Offroad-Optik ins Rennen. 28 200 Euro kostet Spitze, also 1550 Euro mehr als Basis – ein Aufpreis, den selbst VW T-Roc-Fans neidisch werden lassen. Dafür gibt es kein adaptives Dämpferpaket, kein Head-up, dafür 517 Liter Kofferraum bis zur Fensterkante und 1696 Liter, wenn die Rückbank flach liegt. Familienauto? Ja. Lifestyle-SUV? Auch.
Die Kehrseite: Wer den Duster aus der Drehzahl fällt, hört den 1,8-Liter schreien. Das Multimode-Getriebe schaltet bei Lastwechsel manchmal ruckartig, der Benziner dröhnt bei 3000 Umdrehungen in den Innenraum. Dacia spart an Dämmung, nicht an Technik. Das ist ehrlich, aber nicht edel.
Fazit: Der neue Duster Hybrid 155 ist kein Spielzeug für Tech-Fans, sondern ein Werkzeug für Sparfüchse mit Familie. 158 PS, fast 20 km/l, 26 650 Euro – das reicht, um Hyundai, Kia und selbst einige VW-Modelle alt aussehen zu lassen. Wer mit dem Kasten leben kann, bekommt das meiste SUV fürs Geld. Und wer nicht, zahlt eben 5000 Euro mehr für einen sternförmigen Stern.
