Cupra formentor vz5: 390 ps-fünfzylinder kehrt zurück – nur 4.000 stück

Der Kultmotor lebt. Der 2,5-Liter-Turbo mit fünf Zylindern, sonst nur im Audi RS3 zu finden, pflanzt sich in der neuen Cupra Formentor VZ5 fort. 390 PS, 480 Nm, 4,2 Sekunden auf Landstraßentempo – und danach ein Sound, der Gänsehaut erzeugt.

Die Spanier limitieren das Spektakel auf genau 4.000 Exemplare. Wer zögert, ist raus. Der Preis kreuzt voraussichtlich bei 75.000 Euro, doch die Rechnung zählt nur nebenbei. Entscheidend ist das handschriftliche Hands-on am Startknopf.

Kein suv, kein coupé – ein hybridwesen

Die Karosse misst 4,47 Meter, bleibt damit kompakt genug für enge Kehren, bietet aber 410 Liter Kofferraum – genug für Kinderwagen oder Golftasche. Die 20-Zoll-Schmiederäder tragen Kupfer-Applikationen, die Farbe des Hauses Cupra. Vorne splittern Carbon-Elemente die Luft, hinten quadrieren vier Rohblenden den Asphalt.

Unter dem Blech verbirgt sich das bewährte VW-4Motion-System mit Torque-Splitter. Das verteilt die Kraft variabel zwischen den Hinterrädern, erlaubt kontrollierte Drifts und verhindert Untersteuern, wo andere SUV schon früh aufgeben. Das Fahrwerk sinkt um zehn Millimeter, 15 Stufen regeln, wie straff die Dämpfer reagieren.

Familien-taxi mit rennpuls

Familien-taxi mit rennpuls

Im Cockpit dominiert ein 12-Zoll-Touchdisplay, das dank Kupfer-Details nicht nach Wohnzimmer aussieht. Die Sportsitze mit Kohlefaser-Rücken schmiegen sich ans Kreuz, quetschen aber auf der Landpartie. Hinten finden zwei Erwachsene Platz, der Mittelplatz bleibt ein Notlösungsplatz wegen des hohen Tunnels.

Im Alltagsmodus „Comfort“ schluckt die VZ5 Bodenwellen, im Programm „Cupra“ schießt sie mit offener Abgasklappe durch den Drehzahlbogen. Dann zeigt die digitale Instrumentierung Ladedruck, G-Beschleunigung und Drehmoment – Daten statt Dekor.

Verbrauch? Auf der Papierwelle 9,9 Liter, in der Praxis schnell zwölf, wenn die Bergstraße ruft. Doch wer einen Fünfzoller kauft, zählt nicht Liter, sondern Herzschläge.

Limitierung als marketing-gen

Limitierung als marketing-gen

Cupra-Chef Wayne Griffiths weiß: Seltenheit steigert die Lust. Deshalb bleibt die VZ5 ein Sammlerstück, kein Massenmodell. Die 4.000 Stück verteilen sich global, Deutschland bekommt laut Händlerkreisen nur eine dreistellige Zahl. Wer bestellt, zahlt sofort – und liefert sich einen stillen Wettkampf mit der Uhr. Denn sobald die letzte VZ5 das Werk verlässt, schlägt die Stunde der Gebrauchtwagenhändler.

Ein letzter Blick zurück: Der Fünfzylinder war einmal Audi-Exklusivität. Dass er nun in einem spanischen Crossover erklingt, ist kleine Revolution. Die Industrie dreht sich weg vom Verbrenner, Cupra dreht noch einmal auf. Laut, luzid, limitiert.

Die Moral: Warten lohnt nicht. In zehn Jahren steht dieser Formentor in den Auktionskatalogen zwischen den Renault-Alpinen und den Lancia-Deltas. Und dann zählt nur eins – Chassisnummer statt Preisliste.