Cucurella: vom notfall zum weltmeister – jetzt jagt er das triple

Ein Anruf, ein Flug, ein Neuanfang. Am 17. März 2024 klingelt Marc Cucurellas Handy, und wenige Stunden später trägt er das rote Trikot der Furia Roja. Gayá fällt aus, Spanien braucht einen Linksverteidiger – schnell. Die Geschichte klingt nach Hollywood, ist aber Realität. Und sie endet nicht mit der Ersatzrolle, sondern mit dem Titel des besten Linksverteidigers der EURO 2024, dem FIFA-Klub-WM-Pokal im Arm und dem Blick auf ein historisches Triple.

De la fuente war schon immer sein glücksbringer

Kein Zufall, dass der 25-Jährige liefert, wenn Luis de la Fuente pfeift. Der Coach ließ ihn 2017 in der U-19 debütieren, zog ihn 2019 in die U-21 und holte ihn 2024 in die A-Nationalmannschaft. Seitdem fehlt Cucurella in keinem Pflichtspiel – außer dem Gruppenkracher gegen Albanien, als bereits alles klar war. 810 von 900 möglichen Minuten in der WM-Quali, komplett durchgespielt in der Nations-League-Finalrunde gegen die Niederlande, Frankreich und Portugal. Fakten statt Floskeln.

Dabei hätte der Katalane allen Grund gehabt, sich zu verstecken. Die 65 Millionen Euro Ablöse, die Chelsea 2023 auf den Tisch blätterte, nagten an ihm. „Viele denken, teuer gleich Weltklasse, aber ich bin kein Roboter“, sagte er im März gegenüber MARCA. Die Fans fragten sich, warum ein Verteidiger, der in Brighton gerade erst richtig durchgestartet war, plötzlich für Rekordgeld an die Stamford Bridge sollte. Die Antwort folgte auf dem Platz: Cucurella wurde zur festen Größe, spielte sich in die Stammelf und krönte den Aufstieg im Juni mit dem Sieg gegen PSG – der erste Klub-WM-Titel der Blues.

Die einzige chance auf die triple-krone

Die einzige chance auf die triple-krone

Jetzt steht er vor einem Novum: Wer kann schon von sich behaupten, amtierender Europameister, Klub-Weltmeister und bald auch Weltmeister zu sein? Kein Franzose, kein Argentinier, kein Deutscher. Nur Cucurella. „Es ist Stolz und Privileg zugleich“, sagt er, ohne Pathos, dafür mit dem Selbstbewusstsein eines Mannes, der weiß, dass seine Zeit gekommen ist. Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wird seine erste WM sein – und vielleicht seine glänzendste Bühne.

Der Blick zurück lohnt sich nicht. Gayá ist längst wieder fit, doch Cucurella hat den Platz links hinten besetzt – mit Spielintelligenz, Laufleistung und dem unbändigen Willen, Geschichte zu schreiben. Wenn Spanien im Juli 2026 den Pokal in die Höhe stemmt, wird keiner mehr über Transfergebühren reden. Dann zählt nur noch ein Name: der des Mannes, der aus der Not geboren wurde und zum König wurde.