Courchevel wird zur odermatt-arena: schweizer könnte zwei kugeln am freitag sichern

Marco Odermatt steht vor dem nächsten Mega-Coup. Die Hitze in den französischen Alpen zwingt die Organisatoren zu einem radikalen Umbau des Programms – und macht den Nidwaldner zum Hauptdarsteller eines möglichen historischen Doppelpacks.

Die Abfahrt am Freitag in Courchevel rückt zum Schauplatz seiner persönlichen Eroberung. Schon ein zehnter Platz würde ihm die kleine Kristallkugel in der Disziplin sichern. Doch das ist nur die halbe Masche. Denn: Gewinnt er die Abfahrt und Braathen bleibt hinter ihm, packt Odermatt auch die grosse Kugel für den Gesamtweltcup aus – zum fünften Mal in Serie. Einmal fahren, zweimal abräumen.

Die zahlen sprechen eine klare sprache

175 Punkte Vorsprung hat er auf Franjo von Allmen. Der Berner Oberländer müsste mindestens Zweiter werden, um die Entscheidung auf das Finale in Norwegen zu verschieben. Odermatt? Braucht nur Platz neun. Die Rechnung ist simpel: Ein Sieg, zwei Kugeln. Ein Top-Ten-Resultat, eine Trophäe. So lässig dominiert der 28-Jährige seine Sportart.

Doch dahinter lauert die nächste Bestmarke. Mit 13 Kristallkugeln bereits in seinem Besitz, jagt er Pirmin Zurbriggen und dessen 15 Trophäen. Schon am Freitag kann er den Rekord einstellen. Schon am Samstag oder Sonntag im Super-G kann er ihn brechen. Odermatt schreibt Geschichte im Tagesrhythmus.

Courchevel wird zur persönlichen bühne

Courchevel wird zur persönlichen bühne

Dort, wo er 2023 Weltmeister in Abfahrt und Riesenslalom wurde, will er nun die nächste Stufe seiner Legacy erklimmen. Die Piste kennt er wie seine Skispitzen. Die Bedingungen sind rau, die Temperaturen klettern Richtung Plusgrade – ideale Voraussetzungen für einen Techniker wie ihn, der selbst auf rutschigen Passagen die Kanten findet.

Die Konkurrenz schaut bereits nach. Auch seine Teamkollegen wissen: Wenn Odermatt in Flow kommt, gibt es kein Halten. „Er fährt wie auf Schienen“, sagte einer aus dem Schweizer Lager. „Die restlichen 50 Fahrer sind nur Statisten in seinem Film.“

Und der Film ist noch lange nicht zu Ende. Mit 31 Weltcupsiegen liegt er nur noch vier Triumph hinter Vreni Schneider. Auch das ist kein „Ob“, sondern ein „Wann“. Die Frage ist nicht mehr, ob er der grösste Schweizer Skifahrer aller Zeiten wird – sondern wie gross die Zahl am Ende wirklich ist.