Courchevel versinkt im schnee – odermatt holt kugel vom sofa aus

30 Zentimeter Pulverschnee in 24 Stunden. Die Skizidane Courchevel verwandelt sich in ein Schneekatastrophengebiet, der Super-G der Männer wird abgesagt – und Marco Odermatt feiert im T-Shirt zu Hause seine nächste Kristallkugel.

Die piste war ein wattebausch

Renndirektor Markus Waldner stand am Hang, umgeben von Hängerschildern und Schneekanonen, die stillstanden. „Wir haben von Freitagabend bis Sonntagmorgen nonstop geschneit“, sagte er mit der Stimme eines Mannes, der weiß, dass kein Pistenbully der Welt gegen diese Menge Neuschnee ankommt. Die FIS zog die Notbremse – Sicherheit geht vor Show.

Für Odermatt ist das ein Déjà-vu mit Happy End. Der Schweizer dominiert die Speeddisziplinen seit Jahren, doch diesmal reicht ein Fernseher und eine Tasse Kaffee, um Geschichte zu schreiben. Mit 158 Punkten Vorsprung auf Vincent Kriechmayr ist die kleine Kugel im Super-G vorzeitig geborgen – zum vierten Mal in Serie.

Jocher rutscht ins finale

Jocher rutscht ins finale

Während die Topstars packen, atmet Simon Jocher auf. Der 25-jährige Garmischer liegt nach Courchevel auf Rang 22 der Super-G-Gesamtwertung, knapp innerhalb der Top-25, die zum Finale in Kvitfjell fahren dürfen. „Ein seltsames Gefühl“, sagt er am Telefon, „ich wollte kämpfen, stattdessen schaue ich Netflix.“

Die Organisatoren in Courchevel haben bereits den Kalender 2027 im Blick. Schneemassen wie diese werden häufiger, klimatisch bedingt. Wer in Zukunft Weltcup austrägt, braucht neben Geld auch eine Lawinenkalkulation. Die Athleten? Fliegen nächste Woche nach Norwegen, wo der Winter wieder Winter ist und die Kugeln bereits verteilt sind.