Corvette c8 bekommt 720-ps-v8 und heizt porsche 911 ein
Chevrolet schraubt an einer Neuauflage der Corvette C8, die den deutschen Sportwagenbauern die Stirn bieten soll. Kernstück ist ein neuer 6,7-Liter-V8 mit 720 PS – und ein E-Motor an der Vorderachse, der die X im neuen Namen Grand Sport X rechtfertigt.
Der ls6 kehrt zurück – nur größer und elektrifiziert
Die Ingenieure in Detroit pflanzen die Small-Block-Architektur der sechsten Generation in einen 6,7-Liter-Bolzen. Der behält das Kürzel LS6, das einst die Rennsport-Version der C5 dominierte. Diesmal treibt er nicht nur die Hinterräder an, sondern spielt mit einem 220-PS-E-Motor an der Vorderachse ein Doppelspiel. Das Resultat: unter 2,3 Sekunden auf Landstraßentempo – ein Wert, der bislang nur Turbo-S und 911 GT2 RS vorbehalten war.
Die Marketingabteilung hat die Rechnung schon gemacht. Die bisherige E-Ray verschwand aus der Preisliste, weil Käufer sie fälschlich für einen Elektroradier hielten. Die Lösung: ein klassischer Name mit futuristischem Zusatz. X steht für Allrad, nicht für x-it.
Die Karosserie bleibt weitgehend unverändert, doch Unterboden und Kühlpfade werden neu verteilt. Batterie und Leitungen wandern tiefer, der Schwerpunkt sinkt um 18 Millimeter. Das Fahrwerk erhält adaptive Bilstein-Dämpfer, die erstmals in Serienproduktion von der NASCAR-Technik abgeleitet sind.

Marktstart 2027 – und deutschland ist dabei
Chevrolet hat den 12. Januar 2027 im Kalender markiert. Dann rollt die Grand Sport X über die Rampe des Detroit Auto Show. Die ersten Kunden erhalten ihre Autos im Herbst – auch in Europa. Importeure bestätigen bereits Listenpreise ab 135 000 Euro. Für den deutschen Markt heißt das: knapp 30 000 Euro unter einem 911 Turbo S, bei fast identischer Leistung.
Die Entscheidung, den neuen LS6 nicht als Hybrid-Sondermodell, sondern als Topversion der regulären C8 zu positionieren, ist bewusst riskant. Corvette-Chef Tadge Juechter will die Marke „aus dem Nischendasem herauskatapultieren“. Verbrenner plus E-Motor sei „kein Übergang, sondern die dauerhafte Lösung für Fahrspaß unter 200 g CO₂“.
Bislang hält GM die genauen Emissionszahlen unter Verschluss. Doch wer die Entwicklungsdokumente studiert, findet Hinweise auf ein Partikelfilter-Layout, das die Euro-7-Norm schon 2026 erfüllt. Sollte das gelingen, wäre die Corvette das erste US-Sportauto, das ohne Strafzahlung in deutschen Städten fahren darf.
Die Uhr tickt. Porsche testet bereits den 992.2 Turbo S mit 760 PS. Chevrolet liefert die Antwort – und setzt dabei nicht nur auf rohe Leistung, sondern auf ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das selbst jüngst gestylte Zuffenhausener Ingenieure ins Schwitzen bringt.
