Cort nielsen rauscht in banyoles zum sieg – red bull-bora spart sich für pyrenäen
Magnus Cort Nielsen schlägt zu, die Großen schauen weg. Auf der 167,4-Kilometer-Panne von Figueres nach Banyoles riss der Däne von Uno-X Mobility den Sprinteretappen-Sieg an sich, während Florian Lipowitz und Remco Evenepoel gemächlich im Feld rollten – klare Taktik vor den bevorstehenden Pyrenäen-Anstiegen.
Der tag, an dem die favoriten sich versteckten
Es war die Gelegenheit für die Schnellmänner, sich in Szene zu setzen, und Cort Nielsen nutzte sie mit kalter Präzision. Im Finish von Banyoles bugsierte er sich mit 66 km/h an die Spitze, ließ Noa Isidore (Decathlon CMA CGM) und Francesco Busatto (Alpecin-Premier Tech) stehen und feierte seinen ersten WorldTour-Sieg seit der Tour de France 2023. „Die Jungs haben mich perfekt positioniert, ich hatte nur noch den Kopf durchzustecken“, sagte der 33-Jährige, noch atmend vom Galloppsprint.
Dahinter ein deutsches Duo, das bewusst die Bremse zog. Lipowitz, WM-Dritte der Tour 2024, kam als bester deutscher Fahrer auf Rang 45, mit derselben Zeit wie Cort Nielsen. Evenepoel, am Vortag noch Zweiter, schob sich auf Position 25. Beide Red Bull-Bora-Kapitäne tauschten kaum Blicke, sparten sich für die Bergetappen ab Mittwoch. „Wir wollen die Pyrenäen frisch angehen, da zählt jeder Watt“, erklärte Sportdirektor Jens Zemke knapp.

Henri uhlig muss nach sturz aufgeben
Die deutsche Hoffnung auf eine gute Gesamtplatzierung bekam einen Dämpfer. Henri Uhlig, der die Auftaktetappe als Achter abschloss, ging zehn Kilometer vor dem Ziel zu Boden. Der 23-jährige Regensburger zog sich eine Schulterverletzung zu und schied aus. „Er konnte das Bike nicht mehr halten, Schmerzen offensichtlich“, twitterte sein Alpecin-Team. Für Uhlig ist die 102. Volta a Catalunya damit gelaufen, für Lipowitz bleibt die Führungsrolle unter den deutschen Fahrern.
Die Gesamtwertung führt weiterhin Dorian Godon (Ineos Grenadiers), der auf der ersten Etappe Evenepoel noch bezwang. Jonas Vingegaard, zweifacher Tour-Sieger, büßte keine Sekunde ein und rollte als 38. ins Ziel – ein Schlussspurt reicht nicht, um Zeit gutzumachen, doch die Pyrenäen kommen. Auch Oscar Onley, letztes Jahr Lipowitz’ Konkurrent im Weißen Trikot, blieb ohne Verluste auf Rang 34.

Mittwoch wird gelitten, nicht gesprintet
Die nächste Prüfung wartet schon: 159,4 Kilometer von Banyoles nach Vila-seca mit einem Anstieg der ersten und der zweiten Kategorie. Die letzten 30 Kilometer sind zwar flach, doch wer vorher die Beine verbrannt hat, wird im Finale zahlen. Für Lipowitz und Evenepoel beginnt dort das eigentliche Experiment ihrer Doppelführung. „Jeder will sehen, wie wir uns aufteilen“, sagte Lipowitz und lächelte verschwörerisch. Die Antwort liefern die Steigungen – nicht der Asphalt von Banyoles.
Die Volta endet am Sonntag in Barcelona. Bis dahin werden Namen fallen, Sekunden springen und vielleicht auch ein deutscher Fahrer ganz oben mitmischen. Die erste Faustregel ist erfüllt: Wer in Katalonien sprintet, gewinnt nicht unbedingt die Rundfahrt. Wer bergauf attackiert, schon.
