Conte kehrt zurück: der taktikfüchse winkt die nationalmannschaft?
Ein Name kursiert in Italien heißer als je zuvor: Antonio Conte. Nach einem turbulenten Abschied vom SSC Neapel scheint der erfahrene Coach zurück in der Welt der Nationalmannschaften zu landen – und könnte schon bald die Fäden bei den Azzurri in die Hand nehmen. Die Frage ist: Wer sind die Alternativen und was passiert bei den Entscheidungen des 22. Juni?
Die conte-saga: ein déjà-vu?
Erinnern Sie sich an 2016? Conte führte Italien bis ins Viertelfinale der Europameisterschaft und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Nun, zehn Jahre später, scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Conte, der sich immer wieder nach der Intensität des Vereinsfußballs sehnte, hat nun offenbar seine Meinung geändert. Seine Worte, „Ich möchte gerne in die Diskussion einbezogen werden“, lassen wenig Zweifel daran, dass er die Aufgabe ernst nimmt.
Doch es gibt Hürden. Die bevorstehenden Föderalwahlen am 22. Juni werfen einen langen Schatten auf die Entscheidung. Sollte Giovanni Malagò das Rennen machen, könnte dies Contes Weg ebnen. Die Debatte um die Wahlrechtsfähigkeit ehemaliger Coni-Präsidenten sorgt zusätzlich für Spannung.
Die Alternativen sind nicht zu unterschätzen. Roberto Mancini, der bereits eine erfolgreiche Ära mit der Nationalmannschaft erlebt hat und mit dem Gewinn der EM 2021 Geschichte schrieb, steht bereit. Auch Pep Guardiola, der mit dem Manchester City eine Ära prägte, wird als Traumkandidat gehandelt. Allerdings scheint Guardiola eher eine langfristige Perspektive zu suchen, möglicherweise nach der EM 2028.
Max Allegri und Gian Piero Gasperini, die beide in der Serie A beeindrucken, könnten ebenfalls ins Spiel kommen, allerdings hängt viel von den Ergebnissen ihrer Vereine im Kampf um die Champions-League-Plätze ab.

Mancinis botschaft: ein heimkehren
Roberto Mancini hat in einem Interview seine Sehnsucht nach der Nationalmannschaft zum Ausdruck gebracht. „Für einen Trainer gibt es nichts Schöneres, als die Nationalmannschaft zu führen“, erklärte er. Seine Erfolge mit Italien sprechen für sich, und ein Comeback wäre für beide Seiten eine Bereicherung. Der Verlust von Luca Vialli hinterlässt jedoch eine tiefe Lücke, die schwer zu füllen sein wird.

Guardiola: der coup?
Die Vorstellung von Pep Guardiola an der Seitenlinie der italienischen Nationalmannschaft ist verlockend. Nach zehn Jahren beim Manchester City, in denen er den Verein zu zahlreichen Titeln führte, könnte er eine neue Herausforderung suchen. Sollte er sich für Italien entscheiden, würde er zweifellos frischen Wind in das Team bringen und seine taktische Brillanz unter Beweis stellen. Die Frage ist, ob die italienischen Verantwortlichen ihn überzeugen können, dass Italien das richtige Projekt für ihn ist.
Conte könnte bereits am 25. September gegen Belgien in der Nations League sein Comeback feiern. Die Erinnerungen an seine erste Amtszeit sind noch lebendig: 25 Spiele, 14 Siege, 7 Unentschieden und 4 Niederlagen. Er formte eine Mannschaft, die mit einem klaren Spielstil überzeugte – das 3-5-2, präzise Pässe und vertikale Angriffe. Es bleibt abzuwarten, ob er diese Erfolgsform wieder erreichen kann.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die Föderalwahlen und die Leistungen der Vereine in der Champions-League-Qualifikation werden die Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Eines ist jedoch sicher: Italien steht vor einer spannenden Zukunft mit einem neuen Trainer an der Spitze.
Die Entscheidung wird nicht nur den italienischen Fußball, sondern auch die gesamte europäische Fußballlandschaft beeinflussen. Conte, Mancini oder Guardiola – wer auch immer das Ruder übernimmt, die Azzurri werden alles daran setzen, in den kommenden Jahren wieder eine führende Rolle einzunehmen.
