Conceição explodiert: drei assists, ein traumtor – juve-flügel jetzt heißer denn je
Francisco Conceição schreibt seine eigene Serie-A-Feuilleton-Kolumne – und die letzten acht Kapitel riechen nach Tor, Tempo und Tobak. Drei Vorlagen, ein Kopfball-Kracher gegen die Roma, dazu nur ein einziges Mal unter der 7 bei den Gazzetta-Noten: Der 23-jährige Portugiese hat sich in der Schlussphase zur Leitfigur der Juve gemausert und ließ gestern Abend sogar den flotten Milan-Backline alt aussehen.
Die zahlen, die allegri lächeln lassen
Seit Mitte März sammelte Conceição sieben Bonuspunkte – das entspricht mehr als der Hälfte seiner gesamten Saison-Ausbeute. 27 Partien, vier Assists, drei Treffer, nur zwei Gelbe: Das klingt nach „Solide“, doch die Spur der letzten Wochen zeigt nach oben. Seine Fantamedia kletterte auf 7,6, der Marktwert beim Fantacalcio der Gazzetta steht bei 44 Credits – ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Juve mit 57 Treffern die drittbeste Offensive der Liga stellt und der kleine Flügelspieler immer öfter der Zündfunk wird.
Die Kurve wird steiler. Gegen Pisa, Sassuolo und Genoa legte er jeweils das entscheidende Querpass-Tor auf, gegen die Roma netzte er selbst per Volley ins lange Eck. Dazwischen lief er 90 Minuten durch, schlug 32 Sprints, gewann 66 Prozent der Duelle – Werte, die ihn laut StatsBomb zum ballstärksten Offensivspieler der Alten Dame machten.

Warum gerade jetzt der durchbruch kommt
Trainer Massimiliano Allegri hatte Conceição zunächst nur als Joker eingeplant, doch die Verletzungsmisere auf dem rechten Flügel zwang ihn um. Statt zu jammern, schaltete der Portugiese einen Gang höher: intensives Leerverlaufen, frühes Pressing, riskante Dribblings – eben genau das, was Allegri sonst so gerne mit einer Eiswüste quittiert. „Er versteht, wann er den Ball schützen und wann er sofort weiterleiten muss“, sagte der Coach nach dem Milan-Spiel, das Conceição mit sieben Balleroberungen und drei Torschüssen dominierte.
Dazu kommt die Chemie mit Federico Chiesa. Die beiden tauschen laufend Positionen, ziehen Innenverteidiger aus dem Rückwärtsgang und eröffnen so Räume für die späten Läufe von Adrien Rabiot. Wer genau hinsieht, erkennt: Juves Angriff dreht sich seit Wochen um diese asymmetrische Doppelbesetzung.

Fantacalcio-manager aufgepasst
Die restlichen fünf Spieltage versprechen machbare Gegner: Salernitana, Udinese, Bologna – alles Teams, die hinten luftige Abstände lassen. Conceição ist in 83 Prozent der Fantasy-Teams noch frei gezeichnet, sein Fixpreis von 44 Credits liegt unter dem von Khvicha Kvaratskhelia (48) und weit unter dem von Rafael Leão (51). Wer den Endspurt mit Juve-Turbo schaffen will, sollte zugreifen, beiläufiger Tipp eines, der schon zu viele Saisonen verpennt hat.
Die Meldung aus Turin klingt eindeutig: Der Sohn von Co-Trainer Sérgio Conceição will nicht nur die Europa-League-Ticket sichern, er will auch EM-Coach Roberto Martínez zeigen, dass neben João Félix und Rafael Leão noch ein Dribbel-Zauberer aus dem Hause Juventus bereitsteht. Die Formkurve spricht für ihn – und das Herzstück der Tifosi sowieso.
