Como vs. roma: 51 punkte, ein ticket – massa pfeift das sechspunkt-spiel
Der Countdown läuft. Im Guiseppe-Sinigaglia-Stadion kocht der Comer See hoch – und mit ihm die Champions-League-Hoffnungen von zwei Klubs, die sich in der Tabelle erstmal nichts schenken. 51 Punkte stehen für Como wie für Roma zu Buche, nur die direkte Bilanz trennt die Lager. Wer heute gewinnt, rückt auf Platz vier vor; wer verliert, muss bangen, bis die Europa-League-Türen ins Schloss fallen.
Fabregas setzt auf diesel-engine
Der spanische Querdenker Cesc Fabregas baut sein Como in einem hybriden 3-4-2-1, das sich in der Defensive zur Fünferkette verengt und im Ballbesitz zu einem flachen 3-2-5 aufblüht. Butez im Tor, Diego Carlos als liberoartiger Aufbaumeister vor der Dreierkette – das soll die hohe Roma-Pressingwelle brechen. Davor: Sergi Roberto als tempo-setzende Sechser-Metronome und Nico Paz, der zwischen den Linien die Räume sucht, die Pellegrini normalerweise beherrscht.
Die Außenbahnen laufen über Smolcic und Alex Valle, die beide gleichzeitig Halbverteidiger und Flügelstürmer sind – ein Jobprofil, das in Italien noch kein Lexikon-Eintrag hat. Vorn wartet Baturina als falsche Neun auf die diagonalen Läufe von Da Cunha. Fabregas’ Devise: „Wir wollen Roma ertränken, aber nicht im eigenen Strudel.“

Gasperini mischt die karten neu
Gian Piero Gasperini kann auf Mancini zurückgreifen, muss aber auf Ndicka verzichten – ein Schlag, weil der Ivorer sonst die linke Angriffsachse komplett abdichtet. Stattdessen rückt Ghilardi ins Zentrum, flankiert von Hermoso und Celik. Die Doppelsechs Koné/Cristante soll die zweite Welle starten, während Wesley als invertierter Rechtsverteidiger die halbräumliche Überladung erzwingt.
Die große Frage: Wer stoppt El Shaarawy, wenn der „Faraone“ auf die Innenbahn driftet? Como hat in den letzten drei Partien zwar neun Punkte geholt, dabei aber immer wieder die halblinks Zone offengelegt. Gasperini wird das gesehen haben. Sein Plan lautet: „Wir treten nicht an, um zu reagieren – wir erzwingen das Tempo, das Como nicht mag.“

Massa, der unparteiische, der beide liebt
Davide Massa pfeift seine 150. Serie-A-Partie. Die Bilanz? 16 Siege Roma, 6 Como, 8 Remis. Doch die Zahlen lügen nicht – sie erzählen nur die Hälfte. In den letzten beiden Aufeinandertreffen unter Massa entschied Roma beide Male in der Schlussphase durch Standards. Como hat seit 2004 kein Tor mehr per Kopf gegen die Giallorossi erzielt. Ein Trend oder ein Zufall? Heute Abend wird klar, ob Fabregas seine Mannschaft auf „Kopfballverbot“ trainiert hat.
Der VAR-Assistent Gariglio war zuletzt in drei Spielen eingeschaltet, in denen später Elfmeter nach Video-Beweis fielen. Bei zwei davon ging die Entscheidung zugunsten des Underdogs aus. Como ist klar Underdog – und trotzdem nicht bereit, sich mit dem Schicksal abzufinden.
Die stunde der wahrheit tickt
Um 18:02 rollt der Ball, um 19:50 könnte das Tableau der Serie A neu gemalt sein. Für Como winkt die erste Champions-League-Saison der Klubgeschichte, für Roma das Ende einer siebenjährigen Durststrecke. Die Kurve im See-Stadion verkündet schon jetzt: „Oggi è il giorno.“
Die Zahme Version? Ein Remis würde beiden reichen – würde es aber auch den Fans verzeihen? Die Antwort gibt’s live auf DAZN und Sky, wo die Kameras schon jetzt das Fell von Baturina zoomen, als wäre es ein barometrischer Faktor. Die Wahrheit ist simpler: Wer heute nicht trifft, fliegt morgen aus dem Top-Vier-Fenster. Und das Fenster schließt sich schneller, als man „Scudetto“ sagen kann.
