Comeback am tor: burgener bringt visp wieder in schwung
Die Stürmerriege des EHC Visp bekommt nach acht Wochen Zwangspause ihren emotionalen Anker zurück: Dario Burgener, 29, wird spätestens am Sonntag gegen La Chaux-de-Fonds wieder auf dem Eis stehen. Sein Einsatz fällt in die heiße Phase der Semifinals – und genau das haben die Walliser nötig.

Walliser urgestein kehrt in die schlüsselphase zurück
Burgener zog sich am 14. Februar gegen Winterthur eine Oberkörperverletzung zu, die ihn außer Gefecht setzte. Seitdem fehlte ihm nicht nur ein Körperteil, sondern die Seele des Teams: 45 Partien, fünf Tore, zwei Assists – Statistiken, die seine Präsenz im Dress des EHC Visp seit der Jugend unterstreichen. Kein Wechsel, kein Abstecher, nur Loyalität gegenüber dem Klub, der ihm die erste Profilizenz gab.
Die medizinische Abteilung verordnete ihm ein intensives Rehabilitationsprogramm, das ihn binnen acht Wochen wieder spielbereit machte. „Er hat jeden Tag zwei Schichten gedreht, um die Schulter zu stabilisieren und die Schusspower zurückzuholen“, sagt ein interner Verantwortlicher. Die Belastungssteuerung lief über GPS-Brustgurte und Laufanalysen – alles andere wäre bei einem Spieler seines Typs fahrlässig gewesen.
Sein Comeback kommt zur rechten Zeit. Nach dem 2:1-Sieg im ersten Semifinal führt Visp in der Serie, doch die Gäste aus der Neuenburger Bergregion haben Tiefe und Tempo. Burgener bringt beides: einen energischen Vorwärtsgang und die Ruhe, um in dichten Räumen die Scheibe zu sichern. Coach Kevin Schlaepfer kann ihn sowohl auf der rechten Seite des ersten als auch als Center des zweiten Blocks einsetzen – Flexibilität, die in der Playoff-Analytik Gold wert ist.
Die Fans haben bereits Sektgläser vorgekühlt. Für sie ist Burgener mehr als ein Angreifer. Er steht für eine Ära, in der der Club aus dem schmalen Vispertal den Schritt in die nationale Spitze wagte. Wenn er am Freitagabend in der Lonza Arena durchs Eis schneidet, dürfte der Jubel die Tribünen erzittern lassen. Die Walliser stehen vor dem vierten Final-Einzug der Klubgeschichte – und ihr langjähriges Maskottchen ist zurück, um das Kunststück vollenden zu helfen.
Die Liga wird aufmerksam zusehen. Die restlichen Teams wissen: Ein gesunder Burgener hebt die Angriffslinie von Visp um mindestens zwölf Prozent in der erwartierten Torgefahr. Zahlen der letzten drei Saisons belegen, dass die Scheibenbelastung in der Offensive bei seinem Einsatz um 0,8 Sekunden schneller erfolgt – ein Tick, der in Playoffs über Sieg oder Niederlage entscheidet. Die Uhr tickt, das Eis ist frisch gemacht, und die Lonza Arena dürfte am Wochenende vor ausverkauftem Haus stehen. Burgener selbst schwieg bislang zu seinem Einsatz – seine Schlittschuhe werden sprechen.
