Colombo stopft milans kasse und ballert das genoa in sichere hafen
Sechs Klubs, fünf Leihstationen, ein Aufstieg und jetzt die Befreiung: Lorenzo Colombo ist endlich angekommen – und kostet den FC Genuasatte zehn Millionen Euro. Das ist kein Pizzageld mehr, auch wenn es im Transfer-Business wie Kleingeld klingt.
Der cobra aus vimercate zieht den stecker
Mit sieben Treffern und zwei Assists in 35 Serie-A-Spielen hat der 24-Jährige die Klausel von 5 Toren, 22 Einsätzen und Klassenerhalt übertroffen wie einst Buffon einen Schlagabtausch. Die Entscheidung gegen Cremonese am Montag war das Startsignal: Genua bleibt drin, Colombo bleibt für immer. Die Rossoblù schreiben Milan einen Scheck, der bei den Rot-Schwarzen direkt in die „Sommer-0-8-15-Transferkasse“ wandert – ein Homegrown-Gewinn, sauber verpackt.
Was kaum jemand auf dem Schirm hatte: Seit November läuft die echte Colombo-Show. Daniele De Rossi ersetzte Alberto Gilardino, stellte den Sturm auf den Joker aus der eigenen Jugend um – und prompt donnerte der Angreifer gegen Napoli, gegen seinen Ausbilder Milan im Giuseppe-Meazza und verwandelte den Penalty in Pisa, der den Ligaverbleib einläutete. Drei Monate, vier Schicksalstore. Manch einer twitterte schon „Colombo> Haaland“, wenn auch nur für eine Nacht.

Von der tribüne zum twitter-trend – die milan-bilanz bleibt mager
Dabei war Milan für den Cobra nie mehr als ein Sommermärchen. 2020 durfte er gegen Juve in der Coppa Italia ran, traf in der Europa-League-Quali gegen Bodo/Glimt – und landete trotzdem auf der Leih-Bandwagen-Liste. Cremonese, SPAL, Lecce, Monza, Empoli: immer mit Koffer, nie mit Perspektive. Die Statistik spricht Bände: 16 Jahre Rot-Schwarz, aber nur 90 Minuten in der Startelf. Kein Wunder, dass er nach dem Doublepack gegen Manchester City im US-Sommer-Cup sagte: „Ich will zurückkommen, wenn ich fertig bin.“ Fertig ist er jetzt – nur nicht für Milan.
Im Ligurien-Dress darf er sich endlich kontinuierlich beweisen. Kein Leih-Stempel, keine Rückruf-Klausel, keine „wenn und aber“. Stattdessen ein Vierjahres-Vertrag, Starter-Status und ein Klub, der sich auf ihn verlassen muss. Die zehn Millionen? Für Genua ein Invest in puren Klassenerhalt, für Milan ein Schluck Wasser in der Transfer-Wüste. Beide Seiten gewinnen – nur Colombo gewinnt endlich sich selbst.
Und das Poster von Zlatan Ibrahimović über seinem Bett? Hängt noch immer. „Ibra hat mich ‚Hulk‘ genannt, weil ich nur Gewichte und Tore gesehen habe“, lacht er. Jetzt trägt er Rot-Blau, aber die Muskeln und die Mentalität hat er aus der Zeit im Milan-Labor mitgenommen. Die Tore sind neu – und gehören nur noch Genua.
