Cobolli am rande des abgrunds: was fabio cannavaro ihm wirklich gesagt hat!
Flavio Cobolli, der junge italienische Tennisstar, stand nach seiner spektakulären Finalteilnahme bei den French Open im Scheinwerferlicht. Doch hinter der Kulisse der großen Bühne tobte eine weitere Geschichte – die eines Mentors, eines Freundes und eines ehemaligen Champions, der aus den eigenen Fehlern lernen will. Christian Schneider im Exklusivbericht.
Die mentale hürde: cobolli und der druck des erfolgs
Die Niederlage im Finale mag schmerzhaft gewesen sein, doch für Fabio Cobolli markiert sie keineswegs das Ende eines vielversprechenden Weges. Sein ehemaliger Trainer und nunmehriger Agent, Fabio Cannavaro, war mitfiebernd am Spielfeldrand dabei. „Es war ein seltsames Match“, so Cannavaro im Anschluss. „Im ersten Satz war er sehr angespannt, hetzte und machte Fehler. Aber er hatte auch Chancen und es gab Fehler von beiden Seiten. Was ich mitnehme, ist, dass das Niveau da ist.“
Cannavaro, selbst ein erfahrener Athlet, weiß, wie es sich anfühlt, unter Druck zu stehen. Er beobachtete, wie Cobolli im fünften Satz zunehmend unter der Last der vergangenen zwei Wochen zusammenbrach. „Die mentale Komponente spielte hier eine große Rolle“, analysiert Cannavaro. „Nach so intensiven zwei Wochen spürt man plötzlich das Gewicht von allem, was man erlebt hat.“
Doch Cannavaro sieht auch das Positive: „Er hat seinen Wert auf Sand bewiesen. Klar, das Tableau hat sich geöffnet, und manche werden sagen, er hatte Glück. Aber wenn du die Chance hast, musst du sie nutzen – und das hat er getan.“

Die nächste herausforderung: cannavaros ratschläge für cobolli
„Jetzt beginnt der schwierige Teil“, warnt Cannavaro. „Er muss alles mit Ruhe angehen, an sich selbst denken, die Planung, und den Mut haben, nach ganz oben zu streben. Denn wenn man einmal dort ist, will man dort bleiben.“ Die Erwartungen der Öffentlichkeit sind hoch, und Cobolli muss lernen, damit umzugehen. „Er muss sich nicht verpflichtet fühlen, etwas zu leisten. Er muss einfach weiterarbeiten und kämpfen, wie er es immer getan hat.“
Cannavaro erinnert sich an ihre erste Begegnung, als er selbst noch aktiv war. „Ich war in der Endphase meiner Karriere, hatte mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Er war ein junger, hungriger Spieler, der in Rom oft mit Barazzutti trainierte. Ich sagte zu Giuseppe: 'Schau dir diese beiden Jungs an, die spielen gut!' Einer erinnerte mich ein bisschen an mich selbst – ein Kämpfer, der auf dem Platz aggressiv war, der rannte und kämpfte.“
Cannavaro sieht in Cobolli viele seiner eigenen Eigenschaften wieder. „Er ist hart, wettbewerbsorientiert, aber er hat auch eine sehr menschliche Seite. Er ist ein netter Kerl, mit einem schönen Lächeln, der gut mit Menschen umgehen kann.“

Die neue tennis-ära: mehr als nur talent
„Heute ist der Tennis viel anders als in meiner Zeit“, erklärt Cannavaro. „Es gibt mehr Investitionen, mehr Geld und mehr kommerzielle Möglichkeiten. Die Wahrnehmung anderer Leute ändert sich. Von heute an werden die Erwartungen höher sein, und er muss lernen, mit dieser neuen Dimension umzugehen.“
Cannavaro schätzt, dass Cobolli das Potenzial hat, zu den Top-Spielern zu gehören. „Im Moment sind Sinner und Alcaraz noch einen Schritt voraus. Aber dahinter gibt es Platz. Zwischen Platz vier und zehn im Ranking gibt es Spielraum, und Flavio kann zu dieser Gruppe gehören.“
Der wichtigste Rat, den Cannavaro Cobolli gegeben hat? „Ich gebe nur Ratschläge, wenn man mich darum bittet. Aber ich habe ihm gesagt, er soll anfangen, wie ein großer Spieler zu denken. Wenn man sich den Top Zehn nähert, muss man die Mentalität ändern: Man muss nicht alles spielen, sondern die Turniere auswählen, die einem erlauben, sein Bestes zu geben.“
Und wie wurde gefeiert? „Pizza und Bier… Da hat er noch etwas zu lernen! Wenn ich ein Finale wie dieses gespielt hätte, hätten sie mich wahrscheinlich irgendwo gefunden, wo es noch mehr Bier gab!“, schließt Cannavaro lachend. Der ehemalige Champion weiß, dass der Weg für Cobolli noch lang ist, aber er ist überzeugt: Mit der richtigen Einstellung und Unterstützung kann er Großes erreichen. Die italienische Tennislandschaft atmet auf – eine neue Ära hat begonnen.
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