Chemie leipzig dreht den spieß: spielentscheidender doppelschlag von hoffmann
Ein Aufschrei ging durch den Alfred-Kunze-Sportpark, als Julius Hoffmann in der 86. Minute die Lederkugel zum 4:2 versenkte – und mit einem Schlag die Leipziger Abstiegsangst in Jubel verwandelte. Die BSG Chemie Leipzig besiegte Hertha Zehlendorf in einem irrwitzigen Regionalliga-Krimi und feierte den vierten Sieg nacheinander.
Die achterbahnfahrt im minutentakt
Die erste Hälfte gehörte den Grün-Weißen. Stanley Ratifo donnerte per Kopf an die Latte (4.), traf dann doch per Abstauber (29.) und bereitete in Sekundenfrist das 2:0 durch Kay Seidemann vor (30.). Die Gäste wirkten wie gelähmt, nur Ben Schulzes Lattenkracher (42.) erinnerte daran, dass Zehlendorf noch auf dem Platz stand.
Doch wer dachte, die Partie sei gelaufen, lernte das Fürchten. Mit Wiederanpfiff traf Nasuhi-Noah Jones aus 22 Metern (48.), zwei Minuten später nutzte Joker Diren-Mehmet Günay ein Leipziger Black-out zum Ausgleich (50.). Aus 2:0 wurde 2:2 – und das Stadion verstummte.

Trainerwechsel mit folgen
Alexander Schmidt reagierte, brachte frische Beine und stellte um. Die Folge: Nils Lihseks Freistoß landung präzise im Zentrum, wo Hoffmann per Kopf zur erneuten Führung einnickte (85.). 60 Sekunden später ließ sich derselbe Hoffmann mustergültig freispielen, ließ seinem Gegenspieler die Hosen voller Grashalme und netzte zum Endstand ein (86.).
Mit dem 4:2 springt Chemie auf Tabellenplatz 13 – drei Punkte Luft zum Strich. Hertha Zehlendorf bleibt Letzter und muss schon jetzt auf Schützenhilfe hoffen. Die Leipziger hingegen haben den Rückwärtsgang endgültig vergessen: vier Spiele, zwölf Punkte, ein Hoffmann, der den Spieß umdreht.
