Chelsea und psg liefern sich revanche-kracher nach klub-wm-fiasko
Die Achtelfinal-Auslosung liefert ein Déjà-vu mit Extrawürze: Im Parc des Princes treffen Chelsea und Paris Saint-Germain aufeinander – acht Monate nach jener 0:3-Sensation in Seattle, als der Europa-League-Sieger den frisch gekrönten Champions-League-König zerlegte.
Die Zahlen sind hart: Seit dem 22. März hat PSG in 17 Pflichtspielen nur zweimal nicht getroffen, Chelsea kassierte in dieser Phase 14 Gegentore nach Standards. Doch die Formkurven deuten nicht automatisch auf eine Rache des spanischen PSG-Trainers Luis Enrique hin. Denn die Blues haben sich in der Premier League auf Platz zwei hochgeschossen – dank einer Serie von sieben Siegen in Folge und einem erstaunlichen Torverhältnis von 19:2.
Warum der parc des princes heute kocht
Der Knackpunkt liegt im Mittelfeld-Dreieck. Warren Zaïre-Emery, 18 Jahre alt, liefert Passgenauigkeiten von 94 Prozent, doch er traf Chelsea noch nie. Auf der Gegenseite schickt Mauricio Pochettino seine Sechser Caicedo und Gallagher in ein Pressing, das in dieser Saison schon 47 Ballgewinne im letzten Drittel erzwang – Liga-Highlights.
Die Personalie Kylian Mbappé wirft einen Schatten. Der Franzose erzielte in seinen letzten fünf Champions-League-Starts sechs Treffer, doch seine Zukunft liegt nicht in Paris. Chelsea-Kapitän Reece James kennt die Rezeptur: „Wir haben ihn in Seattle neutralisiert, indem wir die Anspielstationen abgeschnitten haben.“
Der dritte Faktor ist die mentale Komponente. PSG-Coach Enrique stellte gestern klar: „Wir spielen nicht gegen die Vergangenheit, wir spielen für das Viertelfinale.“ Klingt stark, doch im Lager der Hauptstädter sickert durch, dass die 0:3-Niederlage in den USA noch in den Köpfen nagt. Chelsea-Fans skandierten bereits beim Hinflug durch die Nacht: „Three-nil, say it loud!“
Die Statistik spricht für Spannung: In den letzten acht direkten Duellen wechselten sich Siege ab, kein Team konnte zwei Mal in Folge gewinnen. Wer die Serie bricht, darf nach London blicken – und vielleicht sogar von einer neuen Ära im Klubfußball sprechen.
Kick-off ist um 21:00 Uhr mit 50.000 Fans, die den Parc des Princes in einen Kessel verwandeln. Die Wette der Stunde: Ob PSGs neue Formation mit Marquinhos als libero oder Chelseas Umschaltmaschine zuerst die Nerven verliert. Eines steht fest: Der Sieger bekommt nicht nur das Ticket fürs Viertelfinale, sondern auch das Recht, von sich behaupten zu dürfen, das beste Team des Abends – und vielleicht der Saison – zu sein.
