Chelsea löscht den brand: 7-0-kantersieg gegen port vale – und plötzlich glüht die fa-cup-asse wieder

Die Löschcrew hatte einen Tag Arbeit. 90 Minuten lang drosch der Chelsea ein 7:0 gegen den Viertligisten Port Vale herunter, und mit jedem Treffer verebbte der Qualm, den Enzo Fernández’ Fernseh-Outburst und Cucurella’s Barcelona-Witz entfacht hatten. Als Schlusspfiff ertönte, roch es zwar noch vereinzelt nach verbranntem Teamgeist, doch die Flammen sind vorerst erstickt – und die FA-Cup-Semifinale-Tickets liegen in der Jackettasche.

Rosenior setzt fernández und cucurella außerhalb des kaders – kein wort über disziplinarmaßnahmen

Kein Trainingsshirt, kein Blickkontakt. Enzo saß in der West Stand, Cucurella fehlte komplett. Trainer Rosenior wollte vor dem Spiel weder von „Sanktion“ noch von „Rotation“ sprechen. Tatsache: Cucurella hat diese Saison bereits 3.000 Minuten auf dem Buckel, mehr als jeder andere Feldspieler. Wer braucht da schon ein zusätzliches Motiv, um ihn zu schonen? Die Botschaft: Frisch gewählt ist halb gesperrt.

Die Lücke links besetzte der 19-jährige Jorrel Hato. Innerhalb von 66 Sekunden hatte er den ersten Torschützen bedient – indirekt. Ecke Hato, Durcheinander im Vale-Strafraum, Joao Pedro knallt die Kugel zur 2:0-Führung. Die Partie war damit so gut wie gelaufen, bevor sie richtig begann.

Joao pedro, palmer, tosin – ein tor nach dem anderen, ein statement nach dem anderen

Joao pedro, palmer, tosin – ein tor nach dem anderen, ein statement nach dem anderen

Der Rhythmus? Trotzig langsam. Chelsea trabte, Vale stolperte. In der 43. Minute fälschte Cole Palmer einen Joao-Pedro-Abschluss ab – 3:0. Kurz vor der Pause hämmerte Tosin Adarabioyo eine Neto-Flanke per Kopf unter die Latte. Mit 4:0 ging es in die Kabine, und die einzige Frage lautete: Wie hoch darf’s werden?

Antwort: bis zur „Manita“. Estevao, kurz zuvor von Ancelotti für Brasilien ignoriert, schlug die Ecke, Andrey Santos nickte ein. Fünf. Dann nahm Estevao Selbstbedienung: Nachläufer nach Garnacho-Pfostenschuss, 6:0. Sein Lächeln wirkte wie ein Schulterzucken Richtung Rio.

Kavuma-mcqueen (2009) debütiert – garnacho verwandelt den siebenmeter

Kavuma-mcqueen (2009) debütiert – garnacho verwandelt den siebenmeter

Rosenior schickte in der 84. Minute Kavuma-McQueen auf den Rasen, Jahrgang 2009, noch kein Gramm Stoppelbart. Der Jüngste des Tages wurde prompt von Garnacho eingedeckt, der den Elfmeter zum 7:0-Endstand verwandelte. Jubel? Pflichtschuss, Pflichtsieg. Applaus? Er kam, aber er klang wie ein Seufzer der Erleichterung.

Die Statistik hinter dem Ergebnis: fünf Pflichtspiele ohne Sieg, dann eine Sieben-Tore-Gala. Chelsea steht im Halbfinale, erstmals seit der Tuchel-Ära 2021. Der Verein, der den Pokal zuletzt 2018 holte, darf wieder träumen – vorsichtig, wie man eben träumt, wenn man weiß, dass Aschen noch warm sind.