Champions league-spektakel: ehemal-star melli schimpft – „fußball macht mir übel!“
Ein 5:4 zwischen Paris Saint-Germain und Bayern München – ein Fest für die Fußballromantiker? Nicht für Alessandro Melli. Der ehemalige italienische Nationalspieler schoss scharf gegen die aktuelle Entwicklung im Fußball, nachdem die Bayern im Champions-League-Halbfinalhinspiel eine dramatische Niederlage einstecken mussten.

Die verteidigung ist tot? melli kritisiert den trend
„Ich schwimme gegen den Strom, aber zwischen VAR und einem Spiel, in dem es weder um Verteidigung noch um Manndeckung oder einen Mittelfeldblock geht, wird mir von diesem Fußball regelrecht übel…“, wetterte Melli auf Facebook. Seine Worte trafen einen Nerv, denn während die Fußballwelt das torreiche Spektakel feierte, sah der Ex-Stürmer eine besorgniserregende Entwicklung. Er fragt sich, wer denn überhaupt noch von diesem Fußball begeistert ist – „Die Fernsehsender, die Kommentatoren und die Fans, die sich über Tore freuen, aber nichts von diesem Spiel verstehen.“
Der Vergleich mit der NBA, wo hohe Punktezahlen zur Normalität gehören, ist dabei kein Zufall. In der Saison 2024/25 schnitt die nordamerikanische Basketball-Liga mit durchschnittlich 115,5 Punkten pro Spiel ab – eine Hausnummer im Vergleich zum Fußball. Die Frage ist, ob diese Entwicklung, in der das Verteidigen scheinbar an Bedeutung verliert und die Regeln immer häufiger zu einem wahren Torfestival führen, wirklich erstrebenswert ist.
Der Ex-Nationalspieler warf einen Blick zurück: „Früher war Toreschießen anstrengend, schwierig und kompliziert, und doch gab es zu meiner Zeit sicherlich keinen Mangel an Champions. Aber um ein Tor zu erzielen, musste man hart dafür arbeiten, selbst die Champions mussten sich enorm anstrengen.“ Heute hingegen scheint jede Aktion ein potenzielles Tor zu sein – ein Fakt, der vor allem den Einschaltquoten des Fernsehens zugutekommt.
Melli, der in seiner Karriere unter anderem für den AC Mailand spielte und 1993 zwei Länderspiele für Italien absolvierte, befürchtet, dass wir in Zukunft Spiele erleben werden, die mit 7:5 oder gar 6:6 enden. Ein Szenario, das viele Fußballfans wahrscheinlich wenig erfreuen würde. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen im Fußball die Zeichen der Zeit erkennen und Maßnahmen ergreifen, um die Balance zwischen Offensive und Defensive wiederherzustellen. Denn Fußball sollte mehr sein als nur ein endloses Torfestival.
