Champions league-fluch: kann bayern münchen die vergangenheit überwinden?
München – Der FC Bayern München steht vor einer Mammutaufgabe: Das Rückspiel gegen Paris Saint-Germain in der Champions League. Doch die jüngere Vergangenheit wirft einen langen Schatten. Vier Mal kehrte der Rekordmeister nach einer Auswärtsniederlage im Halbfinal-Hinspiel nach München zurück – und viermal endete die Reise im bösen Traum. Kann es diesmal anders laufen?
Historische narben: ein muster, das beunruhigt
Die Bilanz ist alarmierend. Nach der 0:2-Pleite im Hinspiel in Paris, keimte die Hoffnung auf ein Comeback im eigenen Stadion auf. Doch die Geschichte wiederholte sich: 1999 gegen Manchester United, 2000 gegen Real Madrid, 2014 gegen Real Madrid und 2016 gegen Atletico Madrid – in all diesen Fällen scheiterte der FC Bayern am Einzug ins Champions-League-Finale. Ein Muster, das die Nerven der Fans strapaziert.
Besonders schmerzlich bleibt das Halbfinale 2014 gegen Real Madrid. Die Bayern, als Titelverteidiger angetreten, kassierten eine historische 0:4-Pleite, angeführt von einem überragenden Sergio Ramos. „Das war eine Demütigung“, so erinnert sich ein ehemaliger Bayern-Funktionär. Die Ära Pep Guardiola blieb damit ohne den ersehnten Henkelpott.

Die auswärtstorregel – ein schwächender faktor
Ein Faktor, der in der Vergangenheit eine Rolle spielte, entfällt indes: die Auswärtstorregel. Seit 2022 gibt es keine Berücksichtigung mehr dieser Regel bei einem Unentschieden über zwei Spiele hinweg. Dennoch nagt die Erinnerung an frühere Fehlleistungen an der Seele der Bayern. Die Niederlage gegen Barcelona 2015, bei der Messi und Neymar in der Nachspielzeit trafen, ist bis heute ein Stachel.
Auch das Halbfinale 2016 gegen Atletico Madrid verlief dramatisch. Ein abgefälschter Freistoß von Xabi Alonso brachte zwar Hoffnung, doch ein Konter von Antoine Griezmann, der fast von der eigenen Hälfte heraus startete, zerschlug diese. Ein vergebener Elfmeter durch Thomas Müller trug ebenfalls zur Enttäuschung bei. „Wir waren die bessere Mannschaft, aber am Ende zählen nur die Tore“, so der damalige Trainer Carlo Ancelotti.

Ein blick nach vorne: kann bayern die vergangenheit abschütteln?
Die Aufgabe ist klar: Der FC Bayern muss gegen PSG mehr als nur ein Tor erzielen, um die Verlängerung zu erreichen. Die Abwehrleistung der letzten Spiele wirft jedoch Fragen auf. Gegen Heidenheim, Bayer Leverkusen und Hoffenheim wurden in den letzten drei Pflichtspielen jeweils mindestens drei Gegentore kassiert – eine Leistung, die in der Champions League gegen ein Kaliber wie PSG kaum zu tolerieren ist. Die Frage ist, ob die Mannschaft die nötige Stabilität an den Tag legen kann, um den Angriff der Franzosen zu unterbinden. Die Fans hoffen, dass die Vergangenheit nicht zum selbst erfüllenden Prophezeiung wird.
Die Spannung ist greifbar. Am Mittwochabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) wird entschieden, ob der FC Bayern München den Fluch endlich brechen und den Weg ins Champions-League-Finale ebnen kann. Die Zeit für Ausreden ist vorbei – es zählt nur der Sieg.
