Champions league: kinhöfer kritisiert var-entscheidung und simeones verhalten

Madrid tobte, London war fassungslos – das Halbfinal-Hinspiel zwischen Atlético und Arsenal offenbarte erneut die Grauzonen im Fußball. Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer ließ nach dem Spiel seine deutliche Meinung sprechen: Der VAR-Eingriff beim unentschiedenen 1:1 war für ihn nicht nachvollziehbar und der Auftritt von Atlético-Trainer Diego Simeone grenzte an Respektlosigkeit.

Ein elfmeter, der die gemüter erhitzt

Die Partie war geprägt von Härte und Emotionen, doch die umstrittene Entscheidung des Schiedsrichters Danny Makkelie, einen Elfmeter für Arsenal nach Ansicht der Bilder zurückzunehmen, dominierte die Diskussionen. Eberechi Eze war im Strafraum von Dávid Hancko zu Boden gebracht worden, doch nach VAR-Eingriff und Bildbetrachtung befand Makkelie, dass kein klarer Foulspiel vorlag. Kinhöfer zeigte sich da irritiert. „Der VAR soll nur bei eindeutigen Fehlentscheidungen eingreifen. Hier war das nicht der Fall“, so der Ex-Schiedsrichter im ZDF. Der Kontakt sei unstrittig gewesen, Makkelie habe die Situation auf dem Feld gepfiffen – die Entscheidung hätte bei der Sache bleiben müssen. „Sonst kann man die ganze Diskussion um den VAR vergessen.“

Simeones theatralische proteste unter beschuss

Simeones theatralische proteste unter beschuss

Doch nicht nur die Schiedsrichterentscheidung selbst stieß Kinhöfer auf. Er übte scharfe Kritik am Verhalten von Atlético-Trainer Diego Simeone. „Der Trainer führt sich da draußen auf, das ist ja fast nicht mehr jugendfrei. Die Gestik und Mimik, die er dem Schiedsrichter präsentiert, ist unangebracht“, wetterte der 57-Jährige. Er forderte die UEFA auf, hier einzugreifen und Sanktionen zu verhängen. „Das sind Vorbilder! Was soll dann in den unteren Ligen passieren, wenn solche Trainer Straffreiheit genießen?“

Die handspiel-regel erneut im fokus

Die handspiel-regel erneut im fokus

Weniger kontrovers, aber dennoch diskutabel, war der Handelfmeter für Atlético. Kinöfer bestätigte das Handspiel, wies aber auch auf eine deutliche Richtungsänderung des Balls hin, was die Strafe rechtfertigte. Doch die grundsätzliche Situation um Handspiele wirft Fragen auf. „Man muss langsam darüber nachdenken, ob solche Handspiele überhaupt gepfiffen werden müssen und ob ein Strafstoß die richtige Konsequenz ist. Die Strafe ist oft unverhältnismäßig hoch.“

Die Partie in Madrid lässt viele Fragen offen. Neben der strittigen VAR-Entscheidung und dem Verhalten des Atlético-Trainers zeigt sie, wie fragil das Gleichgewicht zwischen Regelinterpretation und Spielfluss sein kann. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die UEFA die Kritik ernst nimmt und für mehr Klarheit sorgt – oder ob der Fußball weiterhin mit solchen Kontroversen leben muss.