Champions league finale: arsenal und atlético – mehr als nur fußball?
Budapest fiebert. Am kommenden Dienstag treffen Arsenal und Atlético Madrid im Halbfinale der Champions League aufeinander. Doch während die Fans sehnsüchtig auf den möglichen Einzug ins Finale warten, offenbart eine genauere Betrachtung der beiden Klubs überraschende Gemeinsamkeiten – und einen enormen wirtschaftlichen Unterschied.
Die jagd nach dem ersten titel
Für beide Vereine steht viel auf dem Spiel. Arsenal und Atlético träumen von ihrem ersten Champions-League-Titel. Beide gehören zwar zu den europäischen Schwergewichten, doch im Vergleich zu Giganten wie Real Madrid, Barcelona oder den potenziellen Finalgegnern Bayern München und Paris Saint-Germain, sind sie noch ein Schritt entfernt. Während die Königlichen und die Katalanen regelmäßig die Milliardengrenze bei ihren Umsätzen knacken, bewegen sich Atlético und die Gunners noch darunter – allerdings aufstrebend. 2024/2025 werden die Rojiblancos und die Londoner Umsätze in Höhe von 1,4 Milliarden Euro generieren, so die Daten von Intelligence 2P.

Amerikanische investoren und moderne stadien
Überraschend ähnlich sind die Besitzverhältnisse und die Stadioninfrastruktur. Beide Klubs werden von US-Investoren kontrolliert: Apollo Sports Capital beim Atleti und Stan Kroenke beim Arsenal. Letzterer hält seit 2018 die Mehrheitsbeteiligung, nachdem er bereits zehn Jahre zuvor als Minderheitsaktionär einstieg. Beide Vereine haben sich von ihren traditionsreichen Heimstätten – Highbury für Arsenal und das Vicente Calderón für Atlético – getrennt, um in hochmoderne Arenen wie das Emirates Stadium und die Metropolitano umzuziehen. Diese Stadien sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern auch wichtige Umsatztreiber.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Atlético generiert pro Heimspiel rund 76,6 Millionen Euro, wobei die Mitglieder und Abonnenten einen Großteil davon (56,3 Millionen Euro) ausmachen. Das Arsenal übertrifft den Atleti hier mit 180,1 Millionen Euro, was vor allem auf das Hospitality-Geschäft und die finanzielle Power der Premier League zurückzuführen ist. Die modernen Stadien und Projekte wie die Ciudad del Deporte des Atleti haben zudem die kommerziellen Bereiche beider Klubs beflügelt. Hier verzeichnet Atlético ein Wachstum von 55 Prozent seit der Pandemie, die Gunners sogar von beeindruckenden 86 Prozent – ein Anstieg um 140 Millionen Euro in nur fünf Jahren.

Sponsoring-deals und arabische windräder
Auch im Sponsoring gibt es Parallelen. Beide Vereine arbeiten mit Adidas zusammen, um den Merchandising-Bereich auszubauen. Zudem schmücken die Logos von Visit Rwanda beide Trikots – ein Deal, der am Ende dieser Saison ausläuft. Interessant ist, dass beide Vereine zudem mit Airlines aus dem arabischen Raum kooperieren: Emirates ist ein fester Bestandteil des Arsenal-Images und gibt dem Stadion seinen Namen, während Atlético kürzlich mit Riyadh Air, einer neu gegründeten Fluggesellschaft aus Saudi-Arabien, einen Vertrag abgeschlossen hat – einem direkten Konkurrenten von Emirates. So kommt es, dass am Dienstag im Metropolitano ein inoffizielles Duell zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf den Trikots stattfindet.

Die masse entscheidet – und das portemonnaie
Doch der größte Unterschied liegt im finanziellen Polster. Das Arsenal investiert deutlich mehr in seinen Kader als Atlético. Der Wert des Gunners-Kaders übersteigt den des Atleti um satte 75 Prozent. Mikel Artetas Team gab in der vergangenen Saison rund 625 Millionen Euro für Spieler aus, während Diego Simeone mit 310 Millionen Euro auskommen musste. Allein für Personal zahlt Arsenal 45 Prozent mehr als Atlético. Dazu kommen weitere Differenzen bei den Betriebskosten und den Abschreibungen auf Spielertransfers. Der Arsenal ist hier deutlich vorne. Und schließlich profitieren die Gunners von den hohen Transfergewinnen innerhalb der Premier League, die in der Saison 2024/2025 zu 95,6 Millionen Euro Einnahmen führten – im Vergleich zu 44,2 Millionen Euro beim Atleti.

Der weg zur rentabilität – ein steiniger pfad
Obwohl beide Klubs versuchen, ihre wirtschaftliche Basis zu stärken, ist der Weg zur Rentabilität noch weit. Arsenal weist seit der Pandemie Verluste in Höhe von 254,8 Millionen Euro auf, konnte aber im vergangenen Jahr die Rentabilität streifen. Atlético hingegen weist einen kumulierten Defizit von 17 Millionen Euro auf. Die wirtschaftlichen Unterschiede sind enorm, doch am Dienstag zählt nur eines: der Sieg auf dem Platz.
Die Champions-League-Finale-Hoffnungen von Atlético Madrid und Arsenal sind eng verknüpft mit dem Kapital, das in ihre Teams investiert wurde. Während Arsenal mit einem deutlich größeren finanziellen Polster aufwartet, zeigt Atlético, dass auch Leidenschaft und taktische Finesse den Unterschied ausmachen können. Wer am Ende die Ziellinie überquert, wird zeigen, ob Geld alles ist – oder ob der Fußballgeist doch noch die Oberhand behält.
