Cesena findet neuen torjäger: galvagno jagt belotti und die serie b
Ein 17-Jähriger aus dem Barolo-Dorf Monforte d'Alba schießt sich gerade zum Liebling aller Romagna-Tifosi. Filippo Galvagno traf in dieser Saison schon zwölfmal für die Primavera des Cesena FC – und die Kurve fordert lautstark: „Runter in die Profis!“
Warum ein piemontese in der romagna plötzlich den gallo schlägt
Andrea Belotti war sein Idol, deshalb ließ er sich als Kinderstürmer sogar „Gallo Galvagno“ nennen. Der Unterschied: Belotti musste sich Jahre lang beweisen, Galvagno rast in Rekordtempo. 150 Treffer in fünf Jugendjahren, 35 allein seit seinem Wechsel nach Cesena, zwei Einwechslungen in der Serie B – und jetzt der Sprung in die italienische U-19-Nationalmannschaft.
Die Scouts von Genua, Entella, Cremonese und Pisa lehnten sich im Sommer 2023 zurück – zu ungestüm wirkte der Dilettant aus den Langhe. Cesenas Sportdirektor Corrado Di Taranto scherte sich nicht um Postleitzahlen. „Wir nehmen die Besten, egal woher“, sagt er und schmunzelt: „Außer sie kommen aus Emilia – da wird’s schwierig.“
Trainer Giuseppe Zucco erinnert sich an den Tag, als Galvagno mit 13 Jahren zum Chieri-Kader stieß: „Ein bisschen paffutello, aber wenn er den Ball sah, gab’s nur eins: Bumm, Tor.“ Heute misst der Mittelstürmer 1,86 m, springt wie Vieri und trifft wie Inzaghi – nur dass er den Ball schon aus 30 Metern versenkt.

Von der weinbergschule in die champions der jugend
Morgens Weinlehre, nachmittags Torjäger – so lautet Galvagnos Alltag. Er besucht das landwirtschaftliche Institut in Cesena, Fachrichtung Önologie. „Plan B steht“, sagt er und lacht verschmitzt: „Aber momentan serviere ich lieber Gegnern als Gästen.“ Tatsächlich könnte er Primavera 1 noch als Torschützenkönig verlassen; drei Treffer fehlen bis zur Spitze.
Die Kurve träumt schon vom Derby gegen Forlì, vom Orogel-Stadion, wo einst Bagheria und Nela spielten. Die Romagnoli wollen ihren Gallo sehen, wie er nach einem Kopfballtor die Armen ausfährt – genau wie Belotti einst im Derby della Capitale.
Die Zahlen sprechen für sich: 19 Einsätze, 12 Tore, 4 Vorlagen, zwei Man-of-the-Match-Auszeichnungen in Folge. Und das, obwohl seine Technik im Spielaufbau noch ausbaufähig ist. Im Kabinen-Meme heißt es: „Galva kontrolliert den Ball – zweimal.“ Er selbst nimmt’s mit Humor: „Wenn ich nur einen Fehler mache, kleben sie sich daran. Aber ich bleibe dran.“
Am 23. März geht’s für Italien U-19 in die Playoffs nach Kalabrien. Gegner: Spanien, Ukraine, Gastgeber Kalabrien. Trainer Alberto Bollini war beim 3-2 gegen Mailand live dabei – und sah Galvagnos Siegtreffer in der 89. Minute. Die Einladung folgte am nächsten Tag. „Ein Treffer für Chiara“, sagt er und wird rot. Die Freundin ist seit Grundschultagen an seiner Seite, kennt jeden Barolo-Jahrgang und jeden Torjubel.
Cesenas Präsident Campo schweigt noch über einen sofortigen Bundesliga-Debüt. Doch die Stimmen im Bar Sport werden lauter, die Twitter-Hashtags #GalloInB und #RomagnaRossoblù trenden seit Wochen. Wenn Galvagno weiter so trifft, wird der Klub bald vor der Qualifikationsfrage stehen: Bundesliga oder Barolo?
Die Antwort liegt auf dem Platz – und der 17-Jährige serviert sie mit jedem Schuss ein Stück näher.
