Celtic-meister-feier entgleist: hearts-spieler angegriffen, club entschuldigt sich

Der letzte Tag der schottischen Premiership hätte für Celtic Glasgow ein einziger Freudentaumel werden sollen. Stattdessen rufen die Grün-Weißen jetzt schuldbewusst: „Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei Hearts of Midlothian.“ Grund sind randalierende Fans, die nach dem 3:1-Sieg das Spielfeld stürmten und Gäste-Spieler attackierten.

Sturm auf den ras, tritte und flüchtversuche

Die Uhr stand auf 90+6, Schiedsrichter Nick Walsh pfeift ab – Sekunden später knallt es. Hunderte Celtic-Anhänger brechen durch die Sicherheitslinien, umrunden Kyogo Furuhashi, der gerade noch den Deckel draufsetzte. In der Wolke aus Jubel verlieren manche jedoch jede Kontrolle: Videos zeigen, wie Hearts-Verteidiger Stephen Kingsley zu Boden gestoßen wird, wie Stürmer Lawrence Shankland mit heruntergezogener Kapuze Richtung Tunnel sprintet – noch im schweißgetränkten Auswärtstrikot.

„Ich habe nur noch meine Familie im Block gesucht und bin dann abgerauscht“, berichtet Hearts-Cheftrainer Steven Naismith im Mischzonen-Interview. „Das ist nicht der Fußball, für den wir die ganze Saison gekämpft haben.“

Polizei ermittelt, celtic kündigt harte konsequenzen an

Polizei ermittelt, celtic kündigt harte konsequenzen an

Die schottische Polizei bestätigte am Sonntagabend fünf Festnahmen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch. Celtic-Vorstand Michael Nicholson reagierte wenige Stunden später mit einem Statement: „Solche Szenen schaden dem Ruf des Vereins und gefährden künftige Rahmenbedingungen. Wir werden Stadionverbote aussprechen, die Bilder auswerten und mit der SPFL sowie den Behörden vollumfänglich kooperieren.“

Die Liga selbst hat ein Eilverfahren eingeleitet. Sollte Celtic eine Organisationspanne nachgewiesen werden, droht ein Teil-Geisterspiel oder eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet fast 400.000 Euro.

Heats

Heats' traum zerplatzt – und wird zum albtraum

Edinburgh hatte 248 Tage lang die Tabelle angeführt, am 38. Spieltag rutschten die „Jambos“ auf Rang zwei – und mussten gleichzeitig mit ansehen, wie ihre Spieler auf dem Platz bedrängt wurden. „Unsere Profis haben sich geweigert, in die Kabine zu gehen, bevor nicht alle Kollegen oben sind“, berichtet Sportdirektor Joe Savage. „Einige haben noch Minuten später im Bus gezittert.“

Die Edinburgher haben inzwischen Strafanzeige erstattet. „Wir erwarten, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden – und dass Celtic als Verein die volle Verantwortung übernimmt“, heißt es in einer Pressemitteilung von Hearts.

Die schadenbilanz: imageverlust und fragen der sicherheitskultur

Celtic feiert den zweiten Titel in Folge, doch die Schlagzeilen dürften wochenlang von den Ausschreitungen überschattet werden. Schottland hatte sich erst kürzlich für eine gemeinsame EURO 2028-Bewerbung mit England, Wales, Irland und Nordirland stark gemacht – Vorfälle wie diese schwächen das Ansehen der heimischen Ligen erheblich.

„Wir brauchen klare Regeln, mehr Stewards und ein Umdenken in der Fan-Kultur“, fordert Ex-Nationalspieler Peter Grant im BBC-Sportstudio. „Sonst bekommen wir früher oder später Geisterspiele, und keiner will das.“

Celtic-Spieler feierten intern nur kurz, die Meisterparty wurde abgesagt. Stattdessen stehen jetzt Gespräche mit der Stadt Glasgow und Sicherheitsexperten an. Die Meisterschale glänzt – doch der Schatten auf dem Rasen ist dunkel.