Celta-fans küren miguel román zum spieler des monats – verletzter held blickt auf bestzeit zurück
Miguel Román ist noch kein Mythos, aber schon mehr als bloß ein Name. Er ist der Mann, den die Celta-Anhänger trotz fehlender Einsätze zum Spieler des Monats Februar küren – ein Votum der Dankbarkeit angesichts einer Saison, die beinahe perfekt war, bevor sie abrupt stoppte.
Die stimme von der reha-matte
„Kopf und Fuß sind klar“, sagt er am Rande des Trainingscenters in Vigo, während sein rechter Knöchel in einer schwarzen Bandage steckt. „Die Verletzung kam ohne Vorwarnung. Aber sie schlägt nicht nur ein Loch in den Spielplan, sondern auch in mein Selbstbild.“ Román spricht leise, fast flüsternd, als wolle er sich selbst nicht stören. „Wenn du donnerstags und sonntags aufläufst, verschwimmt alles. Erst die Zwangspause macnt mir klar, was diese Saison wert ist.“
Die Zahlen sind entwaffnend: fünf Tore, sieben Vorlagen, 1.276 Minuten mit Tempo über 30 km/h – alles persönliche Bestwerte. Dennoch lacht er, als ich ihn frage, ob er sich selbst als Leistungsträger begreift. „Letztes Jahr hätte man mir das erzählt, ich hätte nach der Nummer des Psychologens gefragt. Heute weiß ich: Der Ball spielt nicht zurück, wenn du nicht bereit bist.“

Die letzten acht spiele ohne ihn – ein risiko für celta?
Celta liegt zwei Punkte hinter dem Europaplatz, die engste Phase der Saison steht bevor. Trainer Claudio Giráldez verbannte Románs Namen vorübergehend aus der Kabinenansage – keine Nostalgie, nur harte Gegenwart. „Wir haben keine Zeit, zu trauern“, sagt Giráldez. „Aber wir haben Zeit, zu planen.“ Die interne Analyse zeigt: Mit Román auf dem Feld holte Celta 2,1 Punkte pro Partie, ohne ihn 1,3. Eine Differenz, die am Ende über Europa oder Mittelmaß entscheiden kann.
Román selbst will keine Tragödie inszenieren. „Ich bin kein Cheerleader. Ich will wieder rennen, nicht reden.“ Drei Wageeinheiten pro Tag, Aquajogging, propriozeptives Training – sein Kalender liest sich wie ein Lehrbuch der Sportrehabilitation. „Der Arzt sagt Mai, ich sage April. Wenn das Knie pfeift, gewinne ich trotzdem – aber nur, wenn ich das Tempo diktiere.“

Ein preis, der wehtut
Die Trophäe für den Februar steht in seinem Wohnzimmer, direkt neben dem vergilbten Trikot seines Großvaters. „Die Hände, die dafür gestimmt haben, kenne ich nicht alle. Aber ich spüre jeden einzelnen Daumen.“ Er lacht, dann kommt die Stimme tiefer. „Wenn du nachts aufwachst und das Bein zuckt, ist das der Moment, in dem du begreifst: Fußball ist nicht dein Job, er ist dein Puls.“
Die Saison endet am 26. Mai. Románs Ziel: 14 Tage früher fit. „Ein Comeback reicht nicht. Ich will ein Statement.“ Ob es reicht, um Celta doch noch nach Europa zu führen? Die Antwort steht in jedem Schritt, den er auf dem Laufband radelt – 200 Meter heute, 300 morgen. Die Fans haben schon gewählt. Nun wählt sein Körper.
