Celta zieht nach: 26 456 minuten der eigenen jungs in laliga

Der Samstag droht zu platzen vor Vorfreude in Vigo. Während Celta Fortuna vor dem ersten Aufstieg in die Segunda División steht, schlägt der Hauptverein mit einer Zahl zurück, die alle Diskussionen beendet: 26 456 Minuten. So viel Spielzeit buchten in dieser Saison nur drei Klubs Europas mit Akteuren aus der eigenen Akademie – und Celta liegt hinter Athletic und Barcelona auf Platz drei.

Mehr als ein nebenschauplatz

Claudio Giráldez hat 36 Feldspieler benutzt, 22 davon trugen früher das Trikot von Fortuna. Die Hälfte seiner Stammelf reifte in A Madroa oder an der Ciudad Deportiva Afouteza. Kein Zufall. Der Trainer selbst bügelte jahrelang durch die Jugendmannschaften, kennt jeden Kurvenradius des Trainingsplatzes und die Telefonnummer jedes Elternteils auswendig. Marian Mouriño, Geschäftsführerin, verkündete diese Woche knapp: „Die Zukunft baut auf den Fundamenten des Nachwuchses – Punkt.“

Die Konkurrenz schaut neidisch. Real Sociedad und SC Freiburg folgen erst auf den Plätzen vier und fünf, obwohl beide für ihre Nachwuchsarbeit gelobt werden. Die Tabelle lügt nicht, und die Logik auch nicht: Wer seine Talente früh reift, spart Millionenbeträge und erhält Identität geschenkt. Celta macht das seit Jahrzehnten, doch in dieser Saison kocht die Suppe erstmals so richtig.

Fortuna als sprungbrett

Fortuna als sprungbrett

26 456 Minuten – das entspricht fast 440 vollen Spielen. Rechnet man die Nachspielzeiten dazu, hat ein Celta-Kader in dieser Saison sieben komplette Saison am Stück ohne externe Zugänge absolviert. Die Zahlen wirken wie eine Antwort auf alle Transfergerüchte, die den Klub seit Jahren begleiten. Kein Galaktischer, kein teurer Leihspieler, nur Jungs aus der Nachbarschaft.

Am Samstag spielt Fortuna gegen Málaga. Bei einem Sieg winkt der Aufstieg – und ein weiterer Beweis, dass der Weg über die zweite Mannschaft kein Umweg, sondern der direkte Draht zum Erfolg ist. Wenn das Stadion kocht, wird auch das Hauptteam zuhören. Die Jungs auf dem Feld sind keine Statisten, sie sind die nächste Generation von Celta-Stars. Ein Kreislauf, der sich endlich schließt.

Celta hat die Rechnung aufgemacht und ist fündig geworden: Wer investiert, gewinnt – nur eben nicht mit Schecks, sondern mit Geduld, Leidenschaft und ein paar verregneten Trainingstagen in A Madroa. Der Rest ist reine Mathematik.