Cavaliers demütigen raptors – schröder nur zuschauer?

Cleveland – Ein klarer Sieg, aber ein Fragezeichen um die Rolle einer deutschen Basketball-Hoffnung: Die Cleveland Cavaliers haben in Spiel 1 der NBA Playoffs gegen die Toronto Raptors einen deutlichen Erfolg gefeiert. Während die Fans im Rocket Mortgage FieldHouse jubelten, blieb Dennis Schröder vor allem auf der Bank sitzen und beobachtete das Geschehen.

Die minutenverteilung als entscheidender faktor

Die minutenverteilung als entscheidender faktor

Der Braunschweiger, der eigentlich als zweiter Guard in Clevelands Rotation eingeplant war, kam lediglich 12:36 Minuten zum Einsatz. Ein Wert, der angesichts seiner bisherigen Leistungen in der Regular Season und der Erwartungen an ihn, eher enttäuschend wirkt. Nur zwei Punkte (bei einer schwachen Trefferquote von 1/4), zwei Assists und vier Fouls – die Bilanz liest sich für Schröder alles andere als zufriedenstellend.

Was dieses Spiel jedoch besonders aufschlussreich macht, ist die tiefe Qualität des Cavs-Teams. Coach Kenny Atkinson scheint entschlossen, die Spielzeit von seinen Starspielern James Harden und Donovan Mitchell breit zu streuen, anstatt auf eine einzelne Führungskraft zu setzen. Bereits nach wenigen Minuten wurden Mitchell und Harden ausgetauscht, um frische Kräfte auf dem Feld zu bringen und gleichzeitig von ihren jeweiligen Fähigkeiten zu profitieren. Schröder selbst kam nur kurz im zweiten und vierten Viertel zum Einsatz, was verdeutlicht, dass Atkinson vorrangig auf Schützen setzte.

Die Flexibilität von Atkinson ist beeindruckend: Max Strus, normalerweise als Schütze bekannt, übernahm zeitweise sogar die Rolle des Power Forwards, da die Rotation auf den großen Positionen begrenzt war. Die Cavaliers präsentieren sich als ein Team, das in der Lage ist, sich flexibel an unterschiedliche Spielsituationen anzupassen. Die Minutenverteilung zeigt, dass Atkinson eine breite Rotation von zehn Spielern zur Verfügung hat, die er nach Bedarf einsetzen kann.

Scottie Barnes, der bullige Forward der Raptors und vermeintlicher Gegenspieler von Schröder, stellte den deutschen Nationalspieler vor eine ungewöhnliche Herausforderung. Ein klassisches Matchup wäre Immanuel Quickley gewesen, der jedoch verletzt ausfiel. Es ist ein Luxusproblem für Cleveland, mit dem sie umgehen können.

Die Raptors, ohne ihren etatmäßigen Point Guard Quickley, konnten dem Spiel der Cavaliers kaum etwas entgegensetzen. Das Ergebnis spricht für sich: 126:113. Es bleibt abzuwarten, ob Schröder in den kommenden Spielen eine größere Rolle spielen wird. Doch eines ist klar: Die Cavaliers haben bewiesen, dass sie zu den ernstzunehmenden Playoff-Anwärtern gehören.

Die Serie geht weiter. Am Dienstag treffen die Teams erneut aufeinander. Die Frage ist: Wird Schröder dann eine größere Chance bekommen, sich zu beweisen?