Castrop rettet polanski vor st. pauli: gladbachs not-trio wackelt
Eugen Polanski musste nach dem 1:4 in München erst mal durchatmen. Rocco Reitz fehlt gesperrt, Kota Takai lahmt, und die Abstiegsangst schlingert durch Borussia-Park. Dann die Nachricht, die den Trainer am Montag vor der Presse halbwegs lächeln ließ: Jens Castrop läuft wieder. Die Leine zur Rettung ist damit erst mal dicker.
Castrops einsatz wackelt nur, wenn die schiene wieder schwillt
Der Allrounder war in der 67. Minute gegen Bayern runter, humpelte, schien weg für den Krimi gegen St. Pauli. Doch die Schiene blieb stabil, das Lächeln kehrte zurück. „Reine Vorsichtsmaßnahme“, betonte Polanski, „Stand jetzt keine Gefahr für Freitag.“ Castrop hat sich die linke Außenbahn erlaufen, Lukas Ullrich wieder auf die Bank verdrängt. Ohne ihn wäre die Druckverteilung auf dem Rasen zersplittert.
Die Frage bleibt: Wie reagiert der Körper auf drei Tage Doppelbelastung? Die Antwort liefert der Donnerstag, wenn Castrop erstmals wieder voll durchgreift. Bis dahin flimmert die Mini-Hoffnung, dass Takai doch noch ins Mannschaftstraining einsteigt. Polanski spricht es nicht aus, aber seine Augenbrauen zucken, wenn er „muskuläre Probleme“ wiederholt. Zweimal fehlte der Japaner, das Triple-Game gegen Mainz, Bochum und Leipzig rückt näher. Wer dort hinten steht, entscheidet sich jetzt.

Ngoumou lächelt – und bleibt dennoch weit weg
Ein Bild für Romantiker: Nathan Ngoumou donnert Bälle ins Netz, lacht, dehnt die Achillessehne. Kein Schmerz, nur Freude. „Sehr positiv“, sagt Polanski, doch er schiebt schnell hinterher: „Vom Spielbetrieb ist er noch ein gutes Stück entfernt.“ Die Uhr tickt, der Franzose bleibt ein Winter-Projekt. Wer jetzt punkten will, darf nicht auf ihn bauen.
Stattdessen muss Polanski improvisieren. Bolin, Sarco und Swider absolvierten Teileinheiten – kein Kreuzband, nur Belastungssteuerung. Die personelle Schieflage zwingt den Trainer, die junge Garde zu pushen. Gegen St. Pauli wird das Mittelfeld neu gemischt, die Viererkette umgestellt. Die Fans fordern Leidenschaft, die Tabelle fordert Punkte. Sieben Partien, drei Zähler Vorsprung auf Relegation. Die Rechnung ist einfach: Wer gegen die Kiez-Kicker nicht gewinnt, rutscht tiefer in jene Zone, aus der selbst Castrops Laufkraft allein nicht mehr herausträgt.
Mit oder ohne Takai – am Freitag zählt nur das Ergebnis. Die Gladbacher Mannschaft kennt die Druckkurve, die Kurve im Park wird brüllen. Polanski schickt seine Jungs in einen Abstiegskrimi, der schon vor dem Anpfiff pochende Schläfe bereitet. Castrop läuft mit, vielleicht. Die restlichen Plätze sind offen. Der Countdown läuft auf 90 Minuten, die über Saison und Selbstbild entscheiden. Wer da nicht läuft, wird zur Fußnote in einer Statistik, die keiner im Borussia-Museum hängen will.
