Capriotti mosciano rastet montesanto und kennedy – boccia-wunder droht
Die Boccia-Sensation ist zum Greifen nah: Capriotti Mosciano schlägt in zwei Wochen zwei direkte Konkurrenten und katapultiert sich aus dem Abstiegsloch auf Platz sechs – nur noch zwei Spiele trennen die Mannschaft vom Klassenerhalt in der Serie A.
„Wir haben mit dem Rücken zur Wand gespielt“, sagt Marco Principi, 24, nach dem 6:2 gegen Kennedy. „Vor vierzehn Tagen standen wir auf einem Abstiegsplatz, dann gewinnen wir in Montesanto und profieren vom Stolperer der Kennedy. Plötzlich haben wir drei Punkte Vorsprung, dann vier, jetzt sechs auf Montesanto. Das ist kein Trend, das ist ein Kriegspfad.“

Dante d’alessandro: „die kämpfernatur zählt, nicht das budget“
Der Altmeister der Liga, Dante D’Alessandro, 52, nickt nur. Er trainiert zweimal täglich, schwitzt zwischen Schießständer und Coiffeursalon, denn tagsüber schneidet er Haare. „Wir haben kein Millionen-Team, wir haben Charakter. Wenn andere Pause machen, rollen wir noch eine Stunde Bälle. Das zahlt sich aus, wenn es brennt.“
Die Zahlen sind gnadenlos: Nach 18 Spieltagen steht Capriotti bei 24 Punkten, Montesanto und Kennedy folgen mit 18 und 20. Verlieren die Verfolger am Wochenende, ist die Cousine A sicher. Doch Principi warnt: „Possaccio ist technisch stärker als die Tabelle zeigt. Und in Perugia spielen wir auf fremdem Kies. Wer jetzt denkt, es wäre gelaufen, fliegt mit 0:6 raus.“
Die Serie bringt ihnen bereits das Prädikat FIB Top Team ein – eine Auszeichnung, die nicht nur Punkte würdigt, sondern auch Moral. Präsident Luca Capriotti lässt nach dem Abpfiff gegen Kennedy die Lichter aus, damit die Spieler unter sich sind. „Ich wollte sehen, wer lacht und wer weint. Am Ende standen alle zusammen, keiner wollte nach Hause. Das ist kein Klub, das ist eine Familie.“
Für Principi ist der Idol D’Alessandro mehr als eine Legende. „Er gibt uns keine Reden, er gibt uns Arbeitsaufträge. Jeden Morgen um sechs joggen wir mit Gewichtswesten durch die Stadt, keiner schwänzt. Wer zu spät kommt, zahlt fürs Frühstück – und Dante bestellt doppelt.“
Die letzten zwei Partien steigen am Samstag gegen Possaccio und eine Woche später in Perugia. Sollte Capriotti beide gewinnen, wäre es die erste Serie-A-Rettung nach zehn Jahren Abstiegsangst. „Wir sind keine Saison-Story, wir sind eine Revolte“, sagt Principi, während er die Boccia-Bälle einpackt. „Und Revolten enden nicht mit Fragezeichen, sondern mit einem Sieg, der in die Geschichte eingeht.“
