Can-skandal: senegalische fans nach ausschreitungen verurteilt

Ein Urteil, das für Schlagzeilen sorgt: Das Berufungsgericht in Rabat hat die Haftstrafen für senegalesische Fans und einen algerischen Staatsbürger nach den Ausschreitungen beim Afrika-Cup-Finale gegen Marokko bestätigt. Die Entscheidung wirft einen langen Schatten auf den afrikanischen Fußball und zeigt, wie schnell Emotionen in Gewalt umschlagen können.

Die details des urteils

Die details des urteils

Insgesamt wurden 18 senegalesische Anhänger und ein Algerier verurteilt. Elf von ihnen müssen nun ein Jahr ins Gefängnis und wurden zusätzlich zu Strafen von 5.000 Dirham (ca. 450 Euro) verurteilt. Vier weitere Senegalesen erhalten sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 2.000 Dirham (180 Euro), während drei Senegalesen und der Algerier mit drei Monaten Gefängnis und 1.200 Dirham (110 Euro) bestraft werden. Die Verurteilungen beziehen sich auf Vorwürfe wie Gewalt, Sachbeschädigung und das Betreten des Spielfelds während des Finales am 18. Januar.

Die Eskalation während des Spiels hatte bereits für Aufsehen gesorgt. Nach einem umstrittenen Elfmeter, den der Schiedsrichter gegen Senegal pfiff – und der anschließend von Marokko vergeben wurde – verzögerten die senegalesischen Spieler demonstrativ die Fortsetzung des Spiels. Die Fans reagierten mit Gewalttaten, die den Stadionbesuch zu einem Albtraum machten. Die Schadenssumme für das Stadion Príncipe Moulay Abdellah wurde von der Staatsanwaltschaft auf schätzungsweise 4,87 Millionen Dirham (ca. 451.000 Euro) beziffert.

Die Berufungsverhandlung, die am Montag, den 13. April, stattfand, wurde unter Anwesenheit der Angeklagten und ihrer Anwälte, darunter auch internationale Rechtsbeistände, durchgeführt. Vorher, am 30. März, hatte das Gericht die Verhandlung verschoben, um den neuen Verteidigern Zeit für die Vorbereitung ihrer Argumente zu geben.

Es ist ein trauriger Seitenhieb auf das Turnier, das eigentlich als Fest des Sports gedacht war. Senegal ging zwar als sportlicher Sieger hervor, doch die CAF zog aufgrund des Protestes der senegalesischen Mannschaft nachträglich den Gewinn der Afrikacup-Trophäe zurück und sprach Marokko den Titel zu. Gegen diese Entscheidung hat Senegal mittlerweile Beschwerde beim Sportgerichtshof (TAS) eingelegt. Die aktuellen Urteile zeigen, dass die Konsequenzen der Ausschreitungen weiterhin nachwirken und die sportpolitische Landschaft im afrikanischen Raum weiter erschüttern.