Cannavaro: vom wm-held zum trainer in usbekistan – ein comeback?
Es ist ein überraschender Wechsel, der in der Fußballwelt für Gesprächsstoff sorgt: Der italienische Weltmeister von 2006, Fabio Cannavaro, übernimmt das Ruder als Nationaltrainer Usbekistans. Der Mann, der einst als 'Mauer von Berlin' gefeiert wurde und mit Italien die vierte Weltmeisterschaft gewann, wagt nun einen neuen Versuch im Cheftrainer-Geschäft – weit weg von den europäischen Metropolen.
Die glorreiche vergangenheit: ein held von 2006
Der 9. Juli 2006 ist für Fabio Cannavaro ein Datum, das in Goldbuch geschrieben steht. Im Olympiastadion von Berlin führte er Italien im Elfmeterschießen zum Triumph über Frankreich und den legendären Zinédine Zidane. Ein Moment, der ihn in die Annalen des Fußballs eintrug und ihm nicht nur den Weltmeistertitel, sondern auch den prestigeträchtigen Ballon d'Or einbrachte – eine Auszeichnung, die nur wenige Verteidiger vor ihm erreicht hatten. Cannavaro selbst beschreibt die Emotionen dieser Nacht als überwältigend: "Ich bin sicher, dass ich jetzt mehr Emotionen habe als 2006. Im Moment merkt man es nicht, aber Jahre später versteht man, dass Geschichte geschrieben wurde."
Die Weltmeisterschaft 2006 katapultierte ihn über Nacht zu einer Legende, nicht nur in Italien, sondern weltweit. Sein Name wurde zum Synonym für Stabilität und Führungsstärke in der Abwehr. Ein Status, der ihn bis heute begleitet.

Von guangzhou bis usbekistan: der weg des trainers
Nach einer erfolgreichen Karriere als Spieler wagte Cannavaro den Schritt in den Trainerstuhl. Es folgten Engagements in China bei Guangzhou Evergrande, in Saudi-Arabien bei Al Nassr und in Italien bei Udinese und Dinamo Zagreb. Doch der Erfolg blieb ihm als Coach bislang verwehrt. Sein Intermezzo als Trainer der chinesischen Nationalmannschaft endete ebenfalls ohne großen Erfolg.
Nun soll ihm in Usbekistan der Durchbruch gelingen. Der Verband hat sich für Cannavaro entschieden, nachdem andere Kandidaten wie Joachim Löw und Paulo Bento abgelehnt wurden. Timur Kapadze, der bereits die Qualifikation für die Weltmeisterschaft unter Srecko Katanec einleitete, wird ihm als Assistent zur Seite stehen.

'Löwenhunger' und die herausforderung der wm-qualifikation
Cannavaro sieht Parallelen zwischen der italienischen Nationalmannschaft von 2006 und dem aktuellen Kader Usbekistans. "Sie haben Hunger“, erklärt er. “Sie nehmen alles auf, was ich ihnen sage – wie Schwämme. Niemand beschwert sich.” Ein vielversprechendes Zeichen für die bevorstehende Qualifikation zur Weltmeisterschaft.
Die Aufgabe wird jedoch nicht einfach. Die usbekische Nationalmannschaft, die sich in der Gruppe K mit Portugal, der Demokratischen Republik Kongo und Kolumbien messen muss, gilt keineswegs als Top-Favorit. "Wenn man über das Mittelfeld Portugals nachdenkt, schaltet man den Fernseher nach zwei Sekunden ab und bei Kolumbien. nach zehn“, scherzt Cannavaro.
Optimismus und der ruf des champions
Trotz der Herausforderungen blickt Cannavaro optimistisch in die Zukunft. "Ich brauche Krieger“, betont er. “Das ist das Wichtigste für mich. Wir fahren zum ersten Mal seit langer Zeit zur Weltmeisterschaft und haben nichts zu verlieren. Wir werden mit keiner Angst aufs Feld gehen und am Ende sehen, was passiert.“ Seine Worte sind ein Spiegelbild des Champions, der er einst war – ein Mann, der sich auch in schwierigen Situationen nicht unterkriegen lässt. Cannavaro hat bewiesen, dass er nicht nur ein Weltklasse-Verteidiger, sondern auch ein Kämpfer ist – sowohl auf als auch neben dem Platz.
