Cade cunningham kollabiert in washington – pistons verlieren ihren anführer

Cade Cunningham rutschte aus, prallte gegen Tre Johnson und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Keiner ahnte, dass sich hinter diesem harmlosen Zweikampf ein Pneumothorax verbarg – ein kollabiertes Lungenflügel, der den 24-jährigen Topscorer der Detroit Pistons mindestens acht Spiele kostet.

Diagnose mit verspätung: was zunächst rückenkrämpfe schien, entpuppt sich als luftnot

Diagnose mit verspätung: was zunächst rückenkrämpfe schien, entpuppt sich als luftnot

Die Pistons gaben nach dem 130:117-Sieg in Washington noch „Rückenkrämpfe“ an, doch die nächtlichen Bilder des MRT enthüllten die Wahrheit: Luft im Brustfellraum, links. Cunningham wurde sofort aus dem Flieger nach Detroit geholt, die Mannschaft landete ohne ihren Playmaker.

Der Zeitplan ist gnadenlos. Die Eastern-Conference-Spitze rast mit 52 Siegen durch den März, und jetzt fehlt ausgerechnet der Mann, der 25,8 Punkte und 6,7 Assists pro Spiel trägt. Trainer J.B. Bickerstaff muss in den nächsten 14 Tagen gegen Cleveland, Boston und Milwaukee auskommen – alles direkte Konkurrenten um Home-Court-Vorteil im Play-off.

Die Mediziner sprechen von einem „einfachen“ Pneumothorax, weil keine Rippe gebrochen ist. Trotzdem: Die Lunge muss sich wieder andocken, das dauert. Cunningham erhält Sauerstoff, kein Kontakttraining, keine Reisen. Erst in zwei Wochen entscheidet ein CT, ob das Luftresorptiert ist. Falls nicht, droht ein Drainageschlauch zwischen den Rippen – und eine Saison-Pause bis Mai.

Inside the locker room herrscht Betonstimmung. „Wir haben gerade erst unseren Rhythmus gefunden“, sagte Team-Kapitän Jalen Duren nach dem Abschlusstraining. „Cade ist nicht nur unser Scorer, er ist das neuronale Netzwerk unserer Offense. Ohne ihn müssen wir von 0 neu verdrahten.“

Die Pistons haben noch keinen Ersatz auf dem Radar. Free-Agent-Markt? Kaum verfügbare Ballhandler. Trade? Die Deadline ist vorbei. Nun setzt Bickerstaff auf Marcus Sasser und den zweiten Jahrganven Jaden Ivey – ein Duo, das zusammen noch nicht einmal 80 Starts aufweist.

Für Cunningham persönlich ist der Schlag ein Déjà-vu. Seine Rookie-Saison endete 2022 nach einem Stress-Fraktur im Schienbein. Jetzt ein Pneumothorax – ein Zufall, der seine Beständigkeit infrage stellt. Scouts hatten ihn damals als „fragil“ eingestuft. Er antwortete mit All-Star-Niveau. Die nächsten Antworten folgen frühestens Anfang April.

Die Pistons reisen als Tabellenführer, aber mit einem handlungsunfähigen Anführer. Die Play-offs rücken näher, die Lücken größer. Wenn die Lunge nicht heilt, droht Detroit ein Pyrrhus-Sieg: Erste Runde gewinnen, den Franchise-Gesicht verlieren.