Bvb vor transfer-herausforderung: nur 25 millionen euro für neuzugänge!

Dortmund – Der Champions-League-K.O. schlägt bei borussia dortmund nicht nur sportlich, sondern auch finanziell spürbar zu. Nach dem bitteren Scheitern in den Playoffs bleibt dem BVB im Sommer kaum mehr als ein Notgroschen für Neuzugänge: Rund 25 Millionen Euro stehen Lars Ricken und seinem Team zur Verfügung – sofern keine Spieler verkauft werden. Eine Summe, die im internationalen Vergleich, insbesondere gegenüber den scheichreichen Klubs der Premier League, geradezu lächerlich wirkt.

Ricken: keine beschwerden, sondern neue strategie

Sportchef Lars Ricken (49) scheint sich jedoch nicht von der angespannten Lage entmutigen zu lassen. Im Gespräch mit SPORT BILD betonte er, dass er sich nicht über die Umstände beklagen wolle. „Wir wollen den Kader verstärken, um den Abstand auf Bayern weiter zu verringern“, so Ricken, der die Kopie des BVB-Geschäftsmodells durch die Premier League gelassen zur Kenntnis nimmt. Es gilt, junge Talente zu finden und zu entwickeln, anstatt sie für hohe Summen abzugeben.

Doch Ricken kündigte auch eine „neue Transfer-Strategie“ an. Was genau das bedeutet, verriet er nicht im Detail, versicherte aber Trainer Edin Terzic ein neues Engagement. Dabei soll insbesondere die Kreativität im Angriff verstärkt werden, denn der Abgang von Julian Brandt, dessen Vertrag nicht verlängert wird, hinterlässt eine große Lücke. „Die Kreativität und Scorer-Punkte von Julian Brandt werden wir auffangen müssen“, so Ricken.

Die defensiven Baustellen sind ebenfalls nicht zu übersehen. Niklas Süle ist abgenutzt, Emre Can fällt weiterhin aus. Hier muss ebenfalls Handlungsbedarf gedeckt werden. Die Suche nach einem qualitativen Offensivspieler, der sofort einschlagen kann, ohne die Kasse zu sprengen, steht daher ganz oben auf der Prioritätenliste.

Sancho-poker und die alternativen asllani und woltemade

Sancho-poker und die alternativen asllani und woltemade

Gerüchte um ein Comeback von Jadon Sancho (26) halten sich hartnäckig. Der Engländer, der aktuell von Manchester United an Aston Villa ausgeliehen ist, könnte die dringend benötigte Kreativität in den BVB-Angriff bringen. Ricken ließ sich jedoch nicht in die Karten schauen: „Wir beschäftigen uns derzeit mit sehr vielen Spielern und prüfen, ob sie uns besser machen können. Das machen wir auch bei Jadon.“

Neben Sancho wird auch Fisnik Asllani (23) von Hoffenheim gehandelt. Eine Ausstiegsklausel über 30 Millionen Euro macht den Transfer allerdings zu einer kostspieligen Angelegenheit. Ricken betonte, dass der BVB bereits Serhou Guirassy und Fabio Silva in der Offensive hat. „Ich denke, da sind wir hervorragend aufgestellt“, so der Sportchef. Die Angreifer sind eine große Stärke.

Über eine mögliche Leihe von Nick Woltemade (24) aus Newcastle wusste Ricken hingegen überraschenderweise nichts zu berichten: „Davon höre ich zum ersten Mal. Kalte Spur.“

Die Situation um Serhou Guirassy (30) könnte sich jedoch bald ändern. Gerüchten zufolge soll seine Ausstiegsklausel im Sommer auf rund 35 Millionen Euro sinken. Dies könnte den BVB erneut in Zugzwang versetzen und eine Neuplanung erzwingen, da das Interesse an Asllani offenbar weiterhin besteht.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Lars Ricken es schafft, mit begrenzten Mitteln den BVB zu verstärken und die Schere zu Bayern weiter zu verringern. Ein schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich. Der BVB muss clever einkaufen und auf unkonventionelle Wege setzen, um im Rennen um die Meisterschaft bestehen zu können. Die Herausforderung ist angenommen – nun gilt es, sie zu meistern.