Bvb verlängert mit verletzter lena hausherr – dreikampf auf dem linksaußen

Der BVB setzt auch 2025 auf Lena Hausherr – obwohl die Linksaußen seit Oktober 2024 kein Pflichtspiel mehr bestritten hat. Die Vertragsverlängerung ist ein Wette auf Genesung, Charakter und Heimvorteil.

Ein jahr pause, aber vertrauen auf abruf

Die 24-jährige Europameisterin von 2017 riss sich das Kreuzband, saß länger als ein Kalenderjahr auf der Tribüne und wird trotzdem nicht abgeschrieben. Stattdessen bekommt sie Konkurrenz in Form von Ona Vegue i Pena, der Spanierin aus Blomberg, und der 19-jährigen Lara Egeling, die gerade ihren ersten Profikontrakt unterschrieb. Drei Spielerinnen, ein Platz – ein Luxusproblem, das nur funktioniert, wenn alle gesund sind.

Hausherr selbst redet sich den Mumm. „Nach der langen Verletzungszeit ist ein stabiles Umfeld Gold wert“, sagt sie. Das klingt nach Therapie statt Titelkampf, aber sie kennt die Rechnung: Ohne BVB keine Champions League, ohne Champions League kein Karrierehöhepunkt. „Mein erstes CL-Spiel im BVB-Trikot wäre etwas ganz Besonderes“, sagt sie – und meint: Endlich wieder auf dem Parkett, das sie vor der Pause langsam vergessen hatte.

Signal statt sanierung

Signal statt sanierung

Rupert Thiele, Leiter Handball, spricht von „mentaler Stärke, Geduld und Disziplin“. Andreas Kuno, sein Stellvertreter, betont „Professionalität und Ehrgeiz“. Beide wissen: Eine Kreuzband-Reha ist ein Marathon, keine 100-Meter-Sprint. Mit der Verlängerung kaufen sie Zeit – und schicken ein Statement an die eigene Jugend. Wer hier aufwächst, wird nicht einfach weggeschickt, wenn es mal ruckelt.

Der BVB spielt also Poker: Er zahlt Gehalt für eine Spielerin, die vielleicht erst im Frühjahr wieder voll einsteigen kann. Dafür bekommt er eine identifikationsfigur, eine Instagram-taugliche Comeback-Story und – wenn es klappt – eine frische Linksaußen, die den Verein schon als Kind kennt. Die Quote, dass Hausherr wieder zur alten Stärke findet, steht nicht im Spielplan, sondern im medizinischen Bericht. Dort heißt es: Laufband gut, Sprunggelenk besser, Selbstvertrauen – Aufbau.

Die Meisterschaft bleibt das Ziel. Ohne Hausherr lief es ordentlich, mit ihr könnte es explosiver werden. Die Frage ist nicht, ob sie spielt, sondern: Wann sie den Gegner wieder an die Wand wirft. Bis dahin trainiert sie, während Vegue i Pena und Egeling die Minuten verteilen. Die Konkurrenz ist ihr Antrieb, nicht ihr Albtraum. Wer einmal Europameister wurde, weiß: Comebacks sind keine Wissenschaft, sondern eine Frage des Timings. Und dieses Timing fällt jetzt – zumindest auf dem Papier – in die Saison 2025/26.