Bvb verlängert mit emre can trotz kreuzband-trümmern – warum das kein akt der nächstenliebe ist

Emre Can wird auch 2027 noch für Borussia Dortmund auflaufen – ob mit oder ohne Knie. Der Verein verlängerte den Vertrag des verletzten Kapitäns am Samstagmorgen, nur Stunden vor dem Liga-Spiel gegen Hamburg, um ein Jahr bis 2027. Kein PR-Gag, kein Trostpflaster, sondern eine klare Machtdemonstration nach innen.

Warum der bvb jetzt zahlt, anstatt abzuwarten

Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer Leadership zeigt, bekommt Sicherheit – selbst wenn die Gelenke streiken. Can zog sich Ende Februar im Topspiel gegen Bayern das Kreuzband im linken Knie. Die Saison war nach 25 Einsätzen gelaufen, die Karriere des 32-Jährigen plötzlich offen. Statt die Klausel ziehen und im Sommer zu trennen, schickt der Klub 25 Millionen Euro Transfer plus Gehalt in die Verlängerung. Lars Ricken spricht von „Vorzeigeprofi“, Sebastian Kehl betont „Bedeutung in der Kabine“. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Dortmund ohne Can nicht nur Spielmacher, sondern auch Lautsprecher verliert.

Seit 2020 absolvierte der Mittelfeldstratege 220 Pflichtspiele, erzielte 23 Tore und übernahm 2023 das Kapitänsbinde-Depot von Marco Reus. Die Zahl klingt nach Statistik, ist aber ein Spiegel seiner Dauereinsatzbereitschaft. Der BVB zahlte einst 25 Millionen Euro an Juventus – und jetzt noch einmal mit der Option, weil der Spielwert nicht am Knie gemessen wird, sondern an der Lautstärke in der Kabine.

Can antwortet mit deadline: „so schnell wie möglich zurück“

Can antwortet mit deadline: „so schnell wie möglich zurück“

Der Deutsche mit türkischen Wurzeln dankt via Klubmitteilung, nennt das Vertrauen „herzlich“ und setzt sich selbst unter Druck: „Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder gesund zu werden.“ Während andere Profis nach Kreuzband-Trümmern halbjahrelang auf Bewährung laufen, bekommt Can sofort einen neuen Kontrakt – und damit die mentale Behandlung auf höchstem Niveau.

Der BVB spielt in Hamburg um 18.30 Uhr, wird also ohne seinen Anführer antreten. Doch die Verlängerung wirkt wie ein 12. Mann auf der Bank: Wer jetzt aufläuft, weiß, dass der Captain zurückkommt – und dass der Klub bereit ist, für Charakter zu zahlen, nicht nur für Knie.